30. Juli 2014

Stoppen wir die Steinabbaulobby - Der Weißenburger Stadtwald gehört den Menschen

Weißenburg - Die Steinabbaulobby leckt sich die Finger nach dem geplanten Erweiterungsgebiet MA 16 ab, dem Herzstück des Weißenburger Stadtwalds. Der Bund Naturschutz lud nun zu einer "Naturkundlichen Wanderung" ins Gebiet "Im Ziegelschlag". Neben etlichen Mitgliedern der Umweltschutzorganiationen nahmen auch Anita Dollinger (CSU), Erkan Dinar (DIE LINKE), Max Hetzner (Grüne) sowie Alexander Kohler (FDP) als Mitglieder des Stadtrats daran teil.

Im Herbst werden die Entscheidungen für den neuen Regionalplan für die Region Westmittelfranken durch den Planungsausschuss des "Regionalen Planungsverbands Ansbach" gefällt werden. Die nächsten Sitzungen sind für den 11. September sowie 17. November angesetzt. Unserer Region droht ein Kahlschlag, denn per Beschluss möchte man festlegen, welche Bodenschätze in den nächsten Jahrzehnten zum Abbau freigegeben werden sollen.

Weißenburg droht ein weiteres Stückchen Naherholungsgebiet zu verlieren

Die Veröffentlichung der ersten Pläne hat viele Bürgerinnen und Bürger aufgeschreckt. Das "Aktionsbündnis für einen maßvollen Steinabbau" sammelte binnen kurzer Frist über 4.000 Unterschriften. Landrat Wägemann versucht seitdem die Lage zu beruhigen und verweist darauf, dass die Pläne überarbeitet werden und die Vorbehalts- sowie Vorrangflächen deutlich verkleinert werden sollen.

Einer von vielen bisherigen Steinbrüchen in der Region: Wie ein Krebsgeschwür fressen sich die kargen Landschaften in den Lebensraum von Pflanzen und Tieren.

Als Vorbehaltsflächen werden Gebiete bezeichnet in denen mittel- bis langfristig Steinabbau betrieben werden soll. Ist eine Fläche dagegen bereits als Vorranggebiet ausgezeichnet, so kann dieses Gebiet, sofort  nach der Lösung von Grundstücks- und Verfahrensfragen, als Abbaugebiet ausgewiesen werden.

Stadtrat Erkan Dinar (DIE LINKE): "Ich bin schockiert über die Ausmaße der geplanten Zerstörungen. Meine Ablehnung des Natursteinabbaus hat sich verfestigt. Wir brauchen innerhalb der nächsten 20 Jahre eine Ausstiegsperspektive. Sonst drohen uns noch mehr und größere Kraterlandschaften.

Ob die Flächen als Vorbehalts- oder Vorranggebiet eingestuft werden sollen spielt keine Rolle. Abgebaut werden soll, früher oder später, auf allen Gebieten. Noch vor der entscheidenden Sitzung des Planungsausschusses im Herbst werde ich im Stadtrat versuchen eine interfraktionellen Initiative zu starten, um zumindest die städtischen Flächen aus den Ausweisungsplanungen rausnehmen zu lassen."