10. September 2018

Anfrage beim Wasserwirtschaftsamt Ansbach zu Wasserwerten im Fränkischen Seenland

Erkan Dinar, (Kreisrat, DIE LINKE)

Sehr geehrter Herr XXX, sehr geehrter Herr XXX,

für meine Arbeit als Kreisrat im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen bitte ich um die Beantwortung meiner nachfolgenden Fragen.

1. Welche Wasserwerte werden regelmäßig vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach im Fränkischen Seenland gemessen? In welchen Intervallen werden Wasserwerte zur Prüfung entnommen?
2. Welche Wasserwerte sind entscheidend bei der Bildung von Blaualgen?
3. An wie vielen Tagen, in den Jahren 2014, 2015, 2017 und 2018, wurden erhöhte Blaualgenwerte im Fränkischen Seenland festgestellt? Bitte nach Jahren auflisten!
4. Wie hoch waren in den Jahren von 2014 bis 2018 die gemessenen Wasserwerte, an den Tagen in denen Badewarnungen im Fränkischen Seenland ausgesprochen wurden? Bitte die Daten nach Datum ordnen!
5. Wie hoch waren die Werte für Nitrat, Phosphat sowie multiresistente Keime an den Tagen - 2014 bis 2018 -  in denen Badewarnungen im Fränkischen Seenland ausgesprochen wurden? Bitte die Daten nach Datum ordnen!
6. Würde sich eine technische Aufrüstung der Kläranlagen positiv auf die Wasserwerte, hinsichtlich der Bildung von Blaualgen, auswirken?
7. Würde es sich positiv auf die Wasserwerte bei stehenden und fließenden Gewässern im Fränkischen Seenland auswirken, wenn man bei fließenden und stehenden Gewässern der Landwirtschaft entzogene Schutzstreifen anlegen würde?

Mit freundlichen Grüßen

Erkan Dinar
Stadt- und Kreisrat

Mit E-Mail vom 25. September 2018 antwortete Dr. Dieter Krause, Fachbereichsleiter Monitoring, Biologie, Warndienste vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach mit nachfolgendem Inhalt:

Sehr geehrter Herr Dinar,

gerne senden wir Ihnen Antworten auf die von Ihnen aufgeworfenen Fragen. Nach der Reihenfolge Ihrer Fragen ergibt sich:

1. Das WWA Ansbach misst monatlich die Konzentrationen von Sauerstoff, anorganischem Stickstoff , Phosphor, organischem Kohlenstoff, Chlorophyll a, sowie die Parameter Wassertemperatur, Leitfähigkeit und pH-Wert. Daneben wird die Zusammensetzung des Phyto- und des Zooplanktons erhoben. Diese Werte geben Auskunft über den Gütezustand der Seen und die eventuelle Notwendigkeit von wasserwirtschaftlichen Maßnahmen.

2. Wie für das Wachstum der Planktonalgen sind auch für die Cyanobakterien (Blaualgen) die Parameter Phosphor- und Stickstoffkonzentrationen sowie die Wassertemperatur von entscheidender Bedeutung.

3. Wie oben beschrieben, dienen die Messungen des WWA Ansbach zur Feststellung und Dokumentation des Gütezustands von Seen und, falls notwendig, der Ableitung von mittel- bis langfristigen Verbesserungsmaßnahmen. Die Daten sind nicht geeignet für eine ad hoc-Beurteilung einer Badestelle an einem Gewässer im Hinblick auf die Badegewässerhygiene. Diese Aufgabe zum Schutz von Badenden erfüllt die Gesundheitsverwaltung mit einer engmaschigeren, auf bestimmte Bakterien ausgerichteten Probenahme. Hierzu bitten wir Sie, sich mit dem Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen/Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen.

4. Auch hierzu müssen Sie sich an das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen/Gesundheitsamt verweisen. Die wasserwirtschaftlichen Probenahmen sind aus guten Gründen heraus nicht anlassbezogen.

5. Siehe Antwort auf 4.

6. Von den drei maßgeblichen Faktoren für das Wachstum von Cyanobakterien kommt dem Phosphor die größte Bedeutung zu. Eine Reduzierung der Phosphorkonzentrationen in Kläranlagenabläufen trägt damit direkt zu einer Verringerung der Phosphormenge bei, die im See zur Verfügung steht. Weniger Phosphor führt zu einer verringerten Cyanobakterienentwicklung. Das WWA Ansbach hat in den Jahren 2010 bis 2014 ein Programm aufgestellt, mit dem die 14 Kläranlagen mittlerer Größe im Einzugsgebiet des Altmühlsees, die gesetzlich nicht zu einer Phosphorfällung verpflichtet sind, eine solche freiwillig nachrüsten. An 10 Anlagen ist das bereits geschehen, drei weitere werden Ende des Jahres oder zu Beginn des nächsten eine Fällung in Betrieb nehmen.

7. Uferstreifen zwischen landwirtschaftlichen Flächen und Gewässern sind gut geeignet, insbesondere Phosphor zurückzuhalten. Das WWA Ansbach hat an den großen westmittelfränkischen Gewässern Uferstreifen durch Ankauf von Flächen und deren Extensivierung geschaffen. Solange aber die vielen kleineren Gewässer weiterhin stärker belastetes Wasser liefern, kann das nur ein begrenzter Fortschritt bieten. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Einhaltung von Pufferstreifen existiert in Bayern derzeit jedoch nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Krause
Wasserwirtschaftsamt Ansbach
Fachbereichsleiter
Monitoring, Biologie, Warndienste

Quelle: http://www.die-linke-weissenburg.de/politik/presse/detail/artikel/anfrage-zu-wasserwerten-im-fraenkischen-seenland/