9. Oktober 2017

Das Bündnis für Energiewende anlässlich der Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreises an die "Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen"

Das Bündnis für Energiewende Weißenburg-Gunzenhausen begrüßt die Vergabe des diesjährigen Nobelpreises an die ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear weapons) durch das Nobel-Komitee in Oslo. Im Grunde sei die Arbeit der am letzten Freitag ausgezeichneten Organisation in ihrem Kampf gegen Atomwaffen nicht loszulösen von der täglichen Arbeit aller Atomkraftgegner weltweit in ihrem Kampf gegen die sogenannte „friedliche“ Nutzung der Kernenergie in Atomkraftwerken.

„Man muss sich klarmachen“, so Simon Scherer, einer der Köpfe des lokalen Bündnisses, welches vorher Bündnis gegen Atomkraft hieß, „dass ohne Atomkraftwerke keine Atomwaffenarsenale dieses gigantischen Ausmaßes, wie wir sie heute in Ost und West haben, denkbar wären.“ Noch vor 80 Jahren war z.B. das radioaktive Element Plutonium gar nicht entdeckt, heute existieren auf unserer Erde nach aktuellen Schätzungen über 1000 Tonnen dieses künstlich erzeugten, hochgiftigen, und stark radioaktiven Schwermetalls, welches unter anderem in Atomkraftwerken entsteht und für den Bau von Atombomben eingesetzt wird. Für eine Atombombe genügt dabei eine kritische Masse von 10 kg, d.h. die Menschheit könnte mit der im letzten Jahrhundert erzeugten Menge 100.000 Plutonium-Atombomben bauen. Allein die Entsorgung dieses hochradioaktiven Sondermülls stellt Atommächte wie die USA vor große Herausforderungen.

Das landkreisweite Bündnis mehrerer Parteien, Verbände und Kirchen fordert die sofortige Abschaltung der letzten acht mittlerweile altersschwachen Kernkraftwerke in Deutschland und den kompletten Umstieg auf Erneuerbare Energien. Ende dieses Jahres gibt es in dieser Mission wieder einen Etappensieg zu feiern: Die Abschaltung des Reaktorblocks B des Atomkraftwerks Gundremmingen durch die Bundesnetzagentur. Dabei gibt es jedoch einen Wermutstropfen. Der zweite Reaktorblock C soll noch bis 2021 weiterlaufen und wird dabei etliche weitere Tonnen radioaktiven Mülls erzeugen. Deshalb fordert das Bündnis mit dem Slogan „Wer B sagt, muss auch C sagen“ die gleichzeitige Abschaltung beider Reaktorblöcke im Dezember 2017 – nur dadurch wäre die Region auch vor einem Super-GAU, wie in Fukushima 2011 geschehen, wirklich sicher.

Quelle: http://www.die-linke-weissenburg.de/politik/presse/detail/artikel/das-buendnis-fuer-energiewende-anlaesslich-der-vergabe-des-diesjaehrigen-friedensnobelpreises-an-die/