10. September 2018

Erneute Aufrüstung des US-Militärs in Westmittelfranken

Der Vorstand der Bürgerinitiative (BI) „Etz langt´s!“ bezeichnet Meldungen über eine weitere Aufrüstung der US-Armee in Westmittelfranken1 als „ungeheuerlich“. Bereits Anfang 2017 wurde die Zahl der Soldaten an den Militärbasen Ansbach-Katterbach und Illesheim von rund 1.000 auf etwa 3.000 aufgestockt; die Zahl der Kampfhubschrauber auf über 100 Maschinen verdoppelt.

Die Belastung der Bevölkerung durch Lärm und Abgase hat sich seitdem massiv erhöht. Sämtliche Ansbacher Stadtratsfraktionen forderten -mit Ausnahme der CSU- daher im August 2018 eine dauerhafte Reduzierung der Kriegsübungen. Sollte dies nicht möglich sein, werde man sich für die zivile Umnutzung der Kasernen einsetzen, betonten die Stadträte.

Statt einer Entlastung seien infolge der neuerlichen Aufrüstung noch mehr Fluglärm und Abgase zu befürchten. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Staatsminister Dr. Florian Herrmann (CSU) begrüßten laut Medienberichten indes die Aufrüstung als „Vertrauensbeweis“ seitens Donald Trump. Dazu erklärt die BI: „Die Aufrüstungsparteien scheinen sich entweder nicht für Gesundheit und Bürgerwohl in Westmittelfranken zu interessieren oder aber sie nehmen die Schädigung tausender Bürger billigend in Kauf. So wird Ansbach zum Bauernopfer des blinden Gehorsams gegenüber Donald Trump.“

In Ansbach könnte diese unverantwortliche Politik überdies die Stadtentwicklung blockieren. Die Aufrüstung gefährde die Erweiterung der Ansbacher Hochschule auf dem Gelände der Barton-Kaserne im Stadtsüden, warnt „Etz langt´s“. Bis „spätestens 2021“ wolle die US-Armee von dort abziehen, hieß es 2015. Stadt Ansbach und Hochschule haben seitdem das Projekt „Mediencampus“, das auch die Schaffung bezahlbarer Wohnungen auf bisherigem Kasernengelände vorsieht, mit viel Energie vorangebracht. Die Aufrüstungspläne könnten der Weiterentwicklung der Bildungslandschaft Westmittelfrankens nun einen herben Rückschlag versetzen und damit dem Wirtschaftsstandort Ansbach erheblichen Schaden zufügen.

Der BI-Vorstand weiter: „Die US-Aufrüstung ist nicht im Interesse Ansbachs und des Umlandes. Dass Westmittelfranken von Bundes- und Staatsregierung an Trump als Spielball ausgeliefert wird, ist inakzeptabel. Die Bevölkerung hat bei der Landtagswahl am 14. Oktober die Möglichkeit, den Aufrüstungsparteien und Trump-Fans für ihre Politik gegen unsere Region die rote Karte zu zeigen.“

Quelle: http://www.die-linke-weissenburg.de/politik/presse/detail/artikel/erneute-aufruestung-des-us-militaers-in-westmittelfranken/