11. Mai 2017

Kein Werben fürs Sterben in Weißenburg!

Die Big Band der Bundeswehr wird am 19. Mai 2017 anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr nach Weißenburg kommen und ein Konzert geben.  Es werden 2000 Besucher erwartet. Als Festwirt wird Fritz Albrecht aus Suffersheim verpflichtet. Schirmherr des Konzerts ist Oberbürgermeister Jürgen Schröppel (SPD).

Die Linksjugend solid Weißenburg protestiert entschieden gegen eine solche öffentliche Veranstaltung. Die Big Band der Bundeswehr kann sich mit noch so vielen Benefiz-Konzerten brüsten. Sie ist und bleibt die musikalische Begleitung von organisiertem Tod, von Krieg, Elend und Destabilisierung der Infrastruktur.

Insbesondere Kinder und Jugendliche sind oftmals Opfer von kriegerischen Auseinandersetzungen. Sei es durch Tellerminen, durch Gewehrkugeln oder durch direkte Bombenangriffe. Viele Kinder sind durch Kriege zu Waisen geworden. Es ist zynisch, dass eine Organisation wie die Bundeswehr, die Leid und Elend mit verursacht – sich selbst als eine Art „ traditionsbewusste Wohlfahrtsorganisation“  darstellt und deren Verlust glorifiziert.

Welche Traditionspflege ist da konkret gemeint? Die Tradition der Reichswehr, die mitgeholfen hat, in der Weimarer Zeit auch Arbeiteraufstände brutal niederzuschlagen? Oder die Morde der Wehrmacht auch an der Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg? Oder die militärischen Auslandseinsätze damals und heute? Diese Militarisierung des Alltags lassen wir nicht unkommentiert!

Die Kette der Kriege von NATO-Staaten wird immer länger – Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen und zuletzt Mali, auch Syrien ist dazu zu rechnen, die Patriot-Raketen in der Türkei sind ein unheilvoller Schritt.

Die Bundesregierungen haben nacheinander mit einer beängstigenden Salamitaktik unser Land immer stärker militarisiert.  Deutschland ist der drittgrößte Waffenlieferant weltweit. Die rücksichtslosen Militärinterventionen zu Lasten des Sozialhaushaltes werden begleitet von einer wachsenden Militärpropaganda im Innern, sowohl zur Nachwuchsgewinnung, als auch um die Bevölkerung auf  weitere kriegerische Auslandseinsätze einzustimmen. Die Bundeswehr drängt sich in immer mehr Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, in Bildungseinrichtungen (zum Beispiel in Schulen und Universitäten) wie Kommunen. Die Bundeswehr wird – im Widerspruch zum Grundgesetz – zu einer international einsetzbaren Interventionsarmee umgerüstet.

Die Militärausgaben haben einen alarmierenden Stand in der Geschichte der Bundesrepublik erreicht. Die Linksjugend solid Weißenburg, die in der Tradition der internationalen Friedensbewegung steht, setzt sich dafür ein, dass innerhalb des Stadtgebietes von Weißenburg (und anderswo!) keine Werbeveranstaltung  mit einem militärischen Hintergrund durchgeführt wird, demnach weder Gelöbnisse von Bundeswehrsoldaten noch Auftritte von Militärmusikern.

Wir fordern Oberbürgermeister Schröppel auf, sich für eine friedliche Koexistenz mit allen Menschen, mit allen Völkern, symbolisch und faktisch einzusetzen und dementsprechend auch konkrete Zeichen des Friedens zu zeigen. Die Absage der geplanten Veranstaltung wäre ein solches konkretes Zeichen!

Quelle: http://www.die-linke-weissenburg.de/politik/presse/detail/artikel/kein-werben-fuers-sterben-in-weissenburg/