20. Oktober 2017

Weißenburger Stadtrat fordert Lärmschutzmaßnahmen für Dettenheim bei Nordumgehung von Treuchtlingen - Stadt- und Kreisrat Dinar (DIE LINKE) hofft auf Nichtumsetzung der Nordumfahrung zum Schutz des Auwaldprojekts beim Treuchtlinger Ortsteil Graben

Dettenheim ist ein Ortsteil von Weißenburg in Bayern und liegt im Naturpark Altmühltal in der Nähe der Europäischen Wasserscheide. Der Ort ist nach dem Hauptort Weißenburg der größte Ortsteil der Stadt.

Den Anschluss der Nordumfahrung von Treuchtlingen an die Umgehungsstraße bei Dettenheim soll es nur dann geben, wenn dafür Lärmschutzmaßnahmen von der Nachbarstadt Treuchtlingen geschaffen werden. Auch Stadtrat Erkan Dinar (DIE LINKE) stimmte dafür.

Die unterste Ebene der Raumordnung auf Ebene der Gemeinden wird als Bauleitplanung bezeichnet. Die Bauleitplanung ist zweistufig und kennt die Planinstrumente Flächennutzungsplan und Bebauungsplan. Der Flächennutzungsplan ist somit Instrument der Stadtplanung und Ausdruck der gemeindlichen Planungshoheit.

Da die Stadt Treuchtlingen derzeit seinen Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan erneuern möchte, ist das Thema nun auch bei der Stadt Weißenburg aufgeschlagen, weil die Bauleitplanung der Gemeinden aufeinander abgestimmt werden müssen. Für Kritik sorgte nun der im Flächennutzungsplan enthaltene zukünftiger Anschluss einer Nordumgehung von Treuchtlingen an die Umgehungsstraße beim Weißenburger Ortsteil Dettenheim. Denn trotz neuer Umgehungsstraße ist der Verkehrslärm der B2 nicht komplett aus Dettenheim verschwunden. Im Ortsteil befürchtet man deshalb einen steigenden Lärmpegel, wenn es tatsächtlich zu einem Anschluss an dieser Stelle kommen sollte.

Der Weißenburger Stadtrat beschloss nun der Nordumgehung und auch dem Anschluss an besagter Stelle zuzustimmen, wenn sich die Stadt Treuchtlingen verpflichtet die Kosten für aktive Lärmschutzmaßnahmen mit einer Wirksamkeit von mindestens 10 dB(a), entlang der gesamten Abschlussstelle inklusive der Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen, zu übernehmen. Außerdem muss Treuchtlingen alle Kosten für den Ausbau der bisherigen Gemeindeverbindungsstraße zwischen Treuchtlingen und Dettenheim auf Weißenburger Stadtgebiet selber tragen.

Stadt- und Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) hofft darauf, dass die geplante Nordumgehung nie umgesetzt wird, denn sie bedroht durch seine Nähe das Auwaldprojekt in der Altmühlrenaturierung beim Treuchtlinger Ortsteil Graben. Das Projekt war gestartet, nachdem das Wasserwirtschaftsamt Ansbach in diesem Altmühlbereich den Fluss renaturiert hatte. Dazu waren ab 1999 bis 2003 Erdarbeiten und auch Pflanzungen über die Bühne gegangen. Es wurden rund drei Kilometer Flussstrecke renaturiert, davon 800 Meter komplett neu angelegt. Es entstand eine Insel- und Auwaldfläche von rund 15 Hektar. Ein Auwald bezeichnet eine natürliche Pflanzengesellschaft entlang von Bächen und Flüssen. Auwälder sind Waldgesellschaften, die von Überschwemmungen und hohen Grundwasserpegeln stark beeinflusst werden.

Quelle: http://www.die-linke-weissenburg.de/politik/presse/detail/artikel/weissenburger-stadtrat-fordert-laermschutzmassnahmen-fuer-dettenheim-bei-nordumgehung-von-treuchtlin/