23. Dezember 2019

Antrag für einen Arten-, Klima- und Umweltschutz in Weißenburg im Einklang

Stadtrat Erkan Dinar (DIE LINKE)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

folgenden Antrag bitte ich dem zuständigen Gremium vorzulegen:

"Der Stadtrat von Weißenburg in Bayern beschließt, die Stadtverwaltung damit zu beauftragen, in Zukunft keine Waldrodungen als Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen. Ausnahmen sind vom Stadtrat gesondert per Beschluss einzuholen."

Begründung: Das Abholzen des Hexenwaldes in Suffersheim war rechtens, auf Grund von Verwaltungsvorschriften, Rechtsverordnungen und erstellten Gutachten. Doch es geht nicht immer darum ob alles seine Rechtmäßigkeit hat. Vielmehr muss die Frage erlaubt sein, ob solche Rechtsverordnungen noch in unsere Zeit passen. Der Klimawandel schreitet schneller voran als die Reformierung unserer Gesetze und Verordnungen.

Die Stadt Weißenburg hat mit der Rodung vom Hexenwald versucht den Artenschutz gegen den Klimaschutz auszuspielen. Man hat sich entschieden, einen Magerrasen dem Wald vorzuziehen, weil sich dann mehr Arten auf dem Gebiet einfinden würden. Nicht angewandt wurde dabei ein artenschutzrechtliches Verfahren für den Hexenwald selbst. Es gibt also keinerlei Aufzeichnungen über die verschwundenen Arten im Hexenwald. Von der sogenannten Naturschutzbehörde wurde dies rechtlich abgesegnet. Falsch bleibt es trotzdem. Wir regen uns auf, über die Abholzung von Urwäldern in Südamerika und bei uns vor Ort wird das Gleiche gemacht.

Unmittelbar neben dem abgeholzten Wald soll sich übrigens eine alte Mülldeponie befinden. Diese hätte man ebenfalls beseitigen und in die Ausgleichsfläche mit einberechnen können. Doch diese Altlasten wurden ignoriert. Mit dem Antrag wird der Stadtrat in Zukunft noch mehr in Verantwortung für Wald und Klima genommen.

Mit freundlichen Grüßen


Erkan Dinar
Stadtrat