19. August 2018

Blaualgen sind in der hohen Konzentration kein gottgegebenes Phänomen

Eva-Sieland Hirschmann aus Weißenburg, Kreisvorstandsmitglied der Linken

Leserbrief zum Artikel "Wasserwirtschaftsamt dreht den Wasserhahn auf" aus der Ausgabe vom Weißenburger Tagblatt vom 4. August 2018

"Blaualgen sind in der hohen Konzentration, wie wir sie in unseren Gewässern vorfinden, kein gottgegebenes Phänomen.

Und es sind auch gar keine Algen, sondern Cyaonobakterien. Neben anderem ist in denen zum Beispiel das Lebertoxin Microcystin enthalten, das die Erbsubstanz schädigen und zu Tumoren führen kann. Und es gibt über 2000 bekannte Arten von Cynaobacteria.

Wie alle Lebewesen brauchen diese Bakterien Nahrung. Die ihnen durch das landwirtschaftliche Verhalten ausreichend zur Verfügung gestellt wird. Schutzzonen um die Seen wären sicher ein Anfang, werden aber auf Dauer nicht reichen. Es handelt sich um Wasser. Und das fließt bekanntlich. Regen sickert, angereichert mit allem, was sich in Wasser lösen lässt, in die Erde.

Vor dreissig Jahren hielt man es für alternativlos, dass unsere Flüsse vergiftet waren. Kein normal denkender Mensch hätte in Rhein oder Main gebadet. Erst der Chemieunfall vor 25 Jahren, der den Rhein blutrot gefärbt hatte, war so schockierend, dass sich da etwas grundlegend verändert hat.

Fragt sich, was passieren muss, bis alle verstanden haben und sich etwas ändert in Hinsicht auf die Gewässerverunreinigung der heutigen Tage. Beispielsweise die Bauern mit ihrer Gülle  alleine zu lassen geht natürlich nicht. Da ist sowohl die kommunale, als auch die Landes- und Bundespolitik gefragt."

Eva Sieland-Hirschmann, Weißenburg