21. August 2018

DIE LINKE stimmt für Rufbussystems in den Ortsteilen der Stadt Gunzenhausen

Der Kreistag hat einstimmig den Beschluss gefasst die Stadt Gunzenhausen bei der Etablierung eines Rufbussystems finanziell zu unterstützen. Den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wird dies in den nächsten fünf Jahren jährlich zwischen rund 11.000 Euro und knapp 28.000 Euro kosten. Für die Linke stimmte Kreisrat Erkan Dinar dem Vorschlag ebenfalls zu.

Bisher können die Ortsteile von Gunzenhausen nur über die Taktung zur Beförderung der Schüler erreicht werden. Verkürzt ausgedrückt: Fahren keine Schüler/innen, fährt auch kein Bus!

Ab dem nächsten Jahr wird es nun einen Rufbus mit festen Fahrplan und stündlicher Taktung geben. Er fährt jedoch nur, wenn man ihn mindestens eine Stunde davor per Telefon bestellt. Dies soll die Kosten möglichst niedrig halten. Über das Förderprogramm mit dem sperrigen Namen "Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum für bedarfsorientierte Bedienformen des allgemeinen ÖPNV und Pilotprojekte landkreis-übergreifender Expressverbindungen im Omnibusverkehr" wird es fünf Jahre lang eine Bezuschussung durch die Regierung von Mittelfranken geben. Anfänglich bei 70 Prozent liegend wird die Förderung der Gesamtbetriebskosten auf 40 Prozent im letzten Jahr sinken. Der Landkreis profitiert dabei auch von seiner Einstufung als "Raum mit besonderem Handlungsbedarf" nach dem Landesentwicklungsprogramm. Eine Anschlussförderung über drei weitere Jahre wird in Aussicht gestellt.

Ein mögliches Defizit werden der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sowie die Stadt Gunzenhausen je zur Hälfte übernehmen. Noch nicht eingerechnet sind in den Kosten jedoch die Einnahmen. Diese dürften den nun beschlossenen Ausgabenetat für den Landkreis in Höhe von 11.000 Euro bis knapp 28.000 Euro nochmal senken. Die Verkehrsdurchführung werden die Stadtwerke in Gunzenhausen übernehmen.

Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) dazu: "Der Öffentliche Personennahverkehr steckt in unserem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen immer noch in den Kinderschuhen. Vor allem auf dem flachen Land und in den Ortsteilen der größeren Städte. Ich bin froh über die Initiative der Stadt Gunzenhausen. Mit diesem Projekt hat sich die Altmühlstadt in einer Vorreiterrolle eingefunden. Im Gegensatz zum bisherigen landkreisweiten Anrufsammeltaxisystem wird es beim Fahrpreis keinen zusätzlichen Zuschlag geben. Dies ist wohl der größte Vorteil für den kleinen Geldbeutel.

Erfreut darf man sich auch darüber zeigen, dass die Landkreisverwaltung bereits fest in Aussicht gestellt hat, weitere Kommunen finanziell unterstützen zu wollen, wenn hier ein Bedarf bestehen sollte. Man sollte allerdings erst die Annahme des Angebots im Raum Gunzenhausen abwarten. Es liegt nun also an der Bevölkerung entsprechendes auch von ihren Gemeinde- und Stadträten vor Ort einzufordern."