23. Dezember 2019

Stadt- und Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) kritisiert Prozess-Berichterstattung im Weißenburger Tagblatt

Stadt- und Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE)

Mit einer offenen E-Mail hat sich Stadt- und Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) an das Weißenburger Tagblatt gewandt. Darin wirft er einem Journalisten vor, unbewusst Stereotypen bedient zu haben.

Dinar schreibt: "Der Artikel fasst alle interessanten Details zusammen. Was ich jedoch offen ansprechen und auch kritisieren möchte ist, dass sie im Artikel die ethnische Zugehörigkeit vom Angeklagten nennen. Nachdem ich den Artikel nun mehrmals gelesen habe, ist für mich nicht ersichtlich, was die ethnische Zugehörigkeit des Angeklagten zur Tat beigetragen hat. Verbrechen und Vergehen werden von Menschen begangen und nicht von Staatsangehörigkeiten."

Tatsächlich ist in Berichterstattungen über Straftaten darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit solle in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders sei zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte. Durch die Nennung der Herkunft oder durch die Verknüpfung mit abwertenden Begriffen würden lediglich diskriminierende Stereotypen bedient.

"Auch wenn es nicht ihre Absicht war, ihr Artikel bedient Stereotypen", so der Linken-Politiker.

Im Artikel ging es um eine Messerangriff im April 2019 wegen Sorgerechtsstreitigkeiten zwischen zwei Erwachsenen an der Grundschule von Weißenburg. Der Täter ist mittlerweile rechtskräftig verurteilt worden.