11. November 2016

"Schande, dass es in Deutschland Tafeln gibt"

Werner Schäfer

Leserbrief zur Krise bei der Nürnberger Tafel

"Die Krise der Nürnberger Tafel wäre ein Grund, sich über die vorhandene Armut in unserem reichen Land Gedanken zu machen und darüber nachzudenken, wie sie überwunden werden kann.

Die Tafeln, so "notwendig" sie für Arme - vor allem Alleinerziehende und Rentner mit Grundsicherung - sind, zeigen mehr als jede Statistik, wie viel Armut herrscht und was es bedeutet, arm zu sein.

Gleichzeitig funktionieren die Tafeln in hervorragender Weise als Alibi für das Nichtstun der Politiker gegen Armut vorzugehen. Tenor: "Na ja, wir haben ja die Tafel. Da können sich die Bedürftigen hinwenden!"

Ich jedenfalls halte es für eine Schande, dass es in Deutschland Tafeln gibt.

Es wird nichts getan um die Tafeln durch SOZIALE Politik überflüssig zu machen. Statt dessen wird Sozialpolitik mit manipulierten Regelsätzen betrieben.

Die SOZIALPOLITIK beraubt Harz IV-Empfänger und die Senioren mit Grundsicherung im Alter ihrer Würde, und degradiert sie zu Almosenempfängern. SOZIALE POLITIK richtet sich nach der MENSCHENWÜRDIGEN Existenz der untersten 20% der Bevölkerung! SOZIALE Politik verteilt von oben nach unten, SOZIALPOLITIK verteilt den Mangel unten und gibt gleichzeitig (Steuer-)Geschenke nach oben."