3. November 2016

Ein Kommentar von Kreissprecher Erkan Dinar (DIE LINKE) zur Schließung des Treuchtlinger Traditionsunternehmens KB Kunststoffbeschichtung

Erkan Dinar, Kreissprecher der Linken

Der Treuchtlinger Kurier berichtete am 3. November unter der Überschrift "Bei der Firma KB gehen die Lichter aus" über die Schließung der KB Kunststoffbeschichtung. Der wichtigste Satz im Artikel steht am Ende: "Einen Betriebsrat und eine breitere gewerkschaftliche Organsisation gibt es bei KB Kunststoffbeschichtung nicht."

Die Arbeiterbewegung liegt in Deutschland auch deshalb darnieder, weil die Arbeitnehmer/innenschaft es als nicht nötig ansieht, sich zu organisieren. Genau dies brauchen wir jedoch. Die Träume von der "sozialen Marktwirtschaft", in der ein Familienoberhaupt schon weiß, was das Richtige für das Traditionsunternehmen ist, sind schon lange ausgeträumt. Eiskalte Betriebswirtschaftler/innen übernehmen in immer mehr Betrieben die Führung. Was auch sonst? Der Kapitalismus kennt eben keine sozialen Kriterien, sondern einzig und allein die Verwertungslogik unter die sich auch der Mensch gehorsam unterzuordnen hat.

Die Organisierung der Arbeiter/innenbewegung bedeutet jedoch mehr als nur den Gewerkschaftsapparat mit zahlenden Mitgliedern zu vergrößern. Wir brauchen innerhalb der Arbeiter/innenbewegung wieder ein selbstbewusstes Klassenbewusstsein. Diese Aufgabe erfüllen die Betriebsräte und Gewerkschaften jedoch heutzutage kaum noch. Wir brauchen auch hier eine Erneuerungsbewegung von links. Diese wird uns jedoch nur gelingen, wenn wir in die Gewerkschaften eintreten, dort mitarbeiten und dadurch den bestehenden Apparat, im Sinn von Millionen Menschen in diesem Land, für eine soziale Revolution begeistern."