28. Oktober 2016

Ein Kommentar von Kreissprecher Erkan Dinar (DIE LINKE) zum 3. Jahrestag des Kampfes der Arbeiterschaft bei KraussMaffei gegen die damals angekündigte Standortschießung

Erkan Dinar, Kreissprecher der Linken

So einen Arbeitskampf hatte Treuchtlingen lange nicht mehr gesehen gehabt. Ende 2013 ging es bei KraussMaffei hoch her als man den Standort schließen wollte.

Auf zwei Jahre befristet wurde die Arbeitszeit dann zuerst von Januar bis September 2014, um drei Stunden auf 38 Stunden, sowie von Oktober 2014 bis Ende 2015, auf 37 Stunden in der Woche erhöht. Der geschlossene Tarifvertrag, mit dem vermeintlich schönen Namen "Zukunft Treuchtlingen", bedeutete ganz konkret, unbezahlte Mehrarbeit zur "Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit".

Ein, durch die Hände der Kolleginnen und Kollegen, bereits damals schon hoch produktiver und profitabler Standort wurde damit, durch die größtmögliche Erpressung eines rein nach Profitmaximierung sich orientierenden Finanzinvestors, zur Mehrarbeit gezwungen. Mit dem Eigentümerwechsel ist auch diese Zeit endlich Geschichte.

Leider liest man in Berichten über das Werk in Treuchtlingen nie über die Rüstungsproduktion, welche dort bei um die 10 Prozent liegt. Ich meine, 10 Prozent zu viel!

Kriege werden von Menschen mit meist eigennützigen und ökonomischen Interessen gemacht. Gewalt geht immer von Menschen aus und trifft Menschen. Sie werden getötet, verwundet und vertrieben, allzu oft mit Waffen, die bei uns in Bayern hergestellt werden. Seiit Jahren rufen wir Linken deshalb zum Umdenken auf. Wir fordern die Umstellung der Waffenproduktion auf zivile Güter. Nicht nur, aber auch in Treuchtlingen bei Krauss-Maffei!

Vor allem der Export von Waffen führt immer wieder zu Konflikten und neuen Kriegen. Ukraine, Syrien, Jemen oder Libyen sind aktuelle Beispiele. Die Heimat und die Lebensgrundlagen vieler Millionen Menschen werden dadurch zerstört. Dies zwingt die Menschen zur Flucht. Sie suchen bei uns, wie in anderen westlichen Ländern, Zuflucht und Hilfe. Doch Europa schottet sich ab. Versucht sich durch Grenzzäune, Mauern und die Flüchtlingsabwehr-Armee Frontex die Flüchtlinge fernzuhalten. Die Menschen, die es trotz aller Gefahren und Schikanen zu uns schaffen und Asyl beantragen, müssen zum Teil entwürdigende Prozeduren in überfüllten Unterkünften über sich ergehen lassen. Die Angriffe des rechten Mobs auf Flüchtlingsunterkünfte nehmen deutschlandweit erschreckende Ausmaße an.

Wer die Gründe für Krieg und Flucht an der Wurzel bekämpfen möchte, sollte hier vor Ort anfangen. Direkt bei der Rüstungsproduktion von Krauss-Maffei in Treuchtlingen.