1. April 2019

3. Rot-Weißer Grenzdialog zum Klima mit der ehemaligen Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (MdB) in Pleinfeld

Stadt- und Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) und Bundesumweltministerin a.D. Barbara Hendricks (SPD)

Beim 3. Rot-Weißen Grenzdialog im Landgasthof Siebenkäs in Pleinfeld durfte Initiator Dr. Hermann Drummer zu einem Dinnergespräch die ehemalige Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (MdB) begrüßen. Nach ihrem Vortrag folgte eine spannende Diskussionsabend zum Klimawandel mit interessierten Bürgern, Wirtschaftsvertretern sowie Stadt- und Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE).

Barbara Hendricks gab einen Überblick über die wesentlichen Bestandteile des Pariser Klimaabkommens. Sie selber verhandelte damals unter anderem mit der chinesischen Delegation. Kritisch sah sie die Kündigung des Abkommens durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump. Sehr wohl brachte sie jedoch auch ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass das Weltklima auch noch acht Jahre Regierungszeit eines solchen Präsidenten aushalten könne.

Die Bevölkerungsentwicklung auf dem afrikanischen Kontinent würde sich bis zum Jahr 2050 verfielfachen. Hier habe der Norden gegenüber dem Süden auch eine finanzielle Verantwortung, wenn es um Entwicklungshilfe und klimapolitische Maßnahmen in den Ländern des Südens ginge. Dies dürfe jedoch nicht davon ablenken, dass man in Deutschland vor der eigenen Haustür kehren müsse. Trotz geringem Anteil an der Weltbevölkerung liegt der Kohlendioxidverbrauch jährlich pro Kopf in Deutschland bei zurzeit durchschnittlich 12,5 Tonnen. Zwei Tonnen sind jedoch die Richtschnur, an die wir uns halten müssen, wenn wir Umwelt und Klima auch für kommende Generationen schützen wollen. Uns in Deutschland könne es gelingen, dass wir auf dem gleichen Level weiterleben und trotzdem umweltschonende Alternativen für den derzeitigen Ressourcenverbrauch entwickeln.

Diskussionsteilnehmer verwiesen in ihren Beiträgen auf die persönliche Verantwortung des Individuums und kritisierten u.a. auch die Nichtbesteuerung von Kerosin bei Flugzeugen. Wirtschaftsvertreter aus der Automobilzulieferindustrie im Landkreis kritisierten, dass die Politik in Deutschland und Europa immer noch nicht klar die Richtung vorgebe. Da seien andere Länder wie Japan und China weiter. So könne man sich einfach nicht einstellen und falle gegenüber den Konkurrenz zurück.

Stadt- und Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) freute sich über die weltweiten Fridays-for-Future-Demonstrationen einer sich politisierenden Jugend. Er verwies auf die Wichtigkeit von Technologietransfers von den Ländern des Nordens hin zu den Ländern des Südens. In seinen Augen würde dabei das europäische Patentrecht die Ziele konterkarieren. In den Raum stellte er die Frage, inwiefern Deutschland und Europa die mittlerweile streng verfolgten klimapolitischen Anstrengungen des Schwellenlandes China als Vorbild nehmen sollte.