22. November 2019

Anfrage zur Windelmengen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Erkan Dinar, (Kreisrat, DIE LINKE)

Sehr geehrter Herr Landrat Wägemann,

ich bitte freundlichst um die Beantwortung nachfolgender Fragen.

1. Wie viele Tonnen an Einwegwindeln werden im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen schätzungsweise entsorgt?

2. Wie viele Tonnen davon werden schätzungsweise falsch entsorgt, sprich landen bspw. im Gelben Sack?

3. Hat die Landkreisverwaltung - in der Frage zur Vermeidung von Einwegwindeln - schon mal ein Förderprogramm für Mehrwegwindeln in Betracht gezogen?

Mit freundlichen Grüßen

Erkan Dinar
Kreisrat

Mit E-Mail vom 23. November 2019 antwortete Landrat Wägemann mit nachfolgendem Inhalt:

Sehr geehrter Herr Kreisrat Dinar,

Ihre Anfrage habe ich an den zuständigen Sachgebietsleiter (und Abfallspezialisten) Michael Hufnagel mit der Bitte um Beantwortung Ihrer Fragen – soweit uns überhaupt möglich – weitergeleitet. Er hat mir folgendes mitgeteilt:

Zur Anfrage von Herrn Dinar ist es sehr schwer, einigermaßen gesicherte Zahlen zu liefern; v.a. zum Anteil von Windeln im „Gelben Sack“ habe ich keinerlei Informationen. Die Entsorgung der Windeln erfolgt zusammen mit dem Restmüll gesichert über die Abfallverbrennungsanlagen, auch wenn sie als „Störstoffe“ aus dem Gelben Sack aussortiert wurden.

Der Anteil von Windeln lässt sich anhand in der Vergangenheit durchgeführter Restmüllanalysen nur ganz grob wie folgt abschätzen:

Die letzte Restmüllanalyse im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wurde vor Einführung der Biotonne im Jahr 1994 durchgeführt und ergab damals eine Windelanteil von 11,9 kg/Ew im Jahr. Diese ergäbe bei der heutigen Einwohnerzahl rund 1.100 Tonnen im Jahr, wobei unsicher ist, ob die Verhältnisse noch die gleichen wie vor 25 Jahren sind.

Die jüngste mir bekannte Restmüllanalyse einer in etwa vergleichbaren Gebietskörperschaft stammt aus dem Jahr 2008 und wurde im Landkreis Erlangen-Höchstadt durchgeführt. Dort wurde ein Anteil an Hygieneprodukten (bestehen überwiegend aus Windeln) in Höhe von 9,2 kg/Ew im Jahr ermittelt. Dies ergäbe, hochgerechnet auf unseren Landkreis, ca. 860 Tonnen pro Jahr (rund 9% der Hausmüllmenge).

Ein aktive Unterstützung von Mehrwegwindeln (z.B. durch Förderungen) haben wir als Landkreis nicht durchgeführt. Anfang der 1990er Jahren gab es noch ein oder zwei Windelwaschdienste, auf die wir im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Müllfibel) damals verwiesen haben. Eine Förderung von Mehrwegwindeln ist derzeit nicht vom Landkreis angedacht.

Der letzten Aussage zu einem Förderprogramm für Mehrwegwindeln von Herrn Hufnagel kann ich meinerseits nur voll zustimmen. Das sehen wir nicht vor.

Ich hoffe, wir haben damit Ihre Anfrage ausreichend beantwortet.
 

Mit freundlichen Grüßen
 

Gerhard Wägemann
Landrat