5. Januar 2020

Antrag für eine Machbarkeitsstudie für ein Öffentliches Fahrrad-Verleihsystem (ÖFVS) in Weißenburg

Erkan Dinar, (Stadtrat, DIE LINKE)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

folgenden Antrag bitte ich dem zuständigen Gremium vorzulegen:

"Der Stadtrat von Weißenburg in Bayern beschließt, die Stadtverwaltung damit zu beauftragen, eine Machbarkeitsstudie für ein Öffentliches Fahrrad-Verleihsystem (ÖFVS) erstellen zu lassen."

Begründung: Im Nahverkehrsplan (NVP) vom Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen beschlossen, sollen Öffentliche Fahrrad-Verleihsysteme (ÖFVS) die Attraktivität, auf das Zweirad umzusteigen, steigern und einen Beitrag leisten zur Verkehrswende.

ÖFVS sind Teil einer modernen kommunalen Mobilitätsstrategie. Die Präsenz der öffentlichen Leihfahrräder hat das Stadtbild in den einzelnen Kommunen verändert. Sie symbolisieren den Wandel der urbanen Mobilität und bieten neue Optionen für die spontane Alltagsmobilität, für Pendlerinnen und Pendler in Alt- und Innenstädten sowie an peripheren Arbeitsplatzschwerpunkten, aber auch für den Freizeitverkehr in der Stadt und der Region.

Die Erfahrungen in anderen Städten machen deutlich, dass hochwertige und ansprechend gestaltete Leihräder und Stationen, leicht verfügbare Informationen, einfache Ausleihprozesse, ein gut erreichbarer Kundendienst und funktionelle Smartphone-Apps wichtige Faktoren für den Erfolg der ÖFVS sind. Diese Elemente tragen zugleich auch zu einer hohen Erlebnisqualität und einem guten Image der ÖFVS bei. Grundsätzlich zeigt sich, dass eine kurze Entfernung zum nächsten verfügbaren Leihrad für die Nutzung der ÖFVS besonders förderlich ist. Die zum Teil noch vergleichsweise geringen Nutzungszahlen der Leihräder in einigen Kommunen haben unterschiedliche Ursachen. Die ÖFVS sind erst seit wenigen Jahren in Betrieb. So sind die Stationsdichte teilweise zu gering, die Bekanntheit noch zu klein und das "fahrradfreundliche Klima" fehlt.

Eine Herausforderung für den Betrieb von ÖFVS stellt die Finanzierung dar: Der Modellversuch hat gezeigt, dass neben Einnahmen durch die Fahrradausleihen auch weitere Einnahmequellen, z.B. durch Werbung, öffentliche Mittel, Sponsoring, für den kostendeckenden Betrieb eines ÖFVS erforderlich sind.

Die positive Wirkung von ÖFVS geht weit über ihre tatsächliche Inanspruchnahme hinaus. ÖFVS erhöhen die Qualität eines integrierten Systems öffentlicher Verkehrsangebote aus ÖFVS, Bahn, Rufbus, Anrufsammeltaxis, Stadtbus sowie Carsharing und tragen langfristig zum nachhaltigen Mobilitätsverhalten bei. Außerdem leisten ÖFVS einen Beitrag zum Imagegewinn der Stadt und des Radverkehrs. Es wird daher dringend empfohlen, nicht nur die direkten mobilitätsbezogenen Kosten und Wirkungen, sondern auch die indirekten positiven Effekte bei der Entscheidung über den Systemaufbau sowie im Betrieb im Blick zu behalten.

Mit freundlichen Grüßen

Erkan Dinar
Stadtrat