13. Februar 2017

Benefizveranstaltung für Cizre und Sur

In Fürth fand jüngst eine Benefizveranstaltung für die zerstörten kurdischen Städte Cizre und Sur in der Türkei statt. Über 1.000 Besucher/innen bekräftigten bei Reden sowie viel Musik und Tanz ihre Verbundenheit mit dem Kampf um Frieden und Demokratie in der Türkei. Als Gastredner trat der Fürther Stadtrat der LINKEN, Ulrich Schönweiß mit einem Grußwort auf. Moderiert wurde die Veranstaltung u.a. vom Vorstandsmitglied der Kurdisch-Deutschen Freundschaftsgesellschaft Erkan Dinar.

"Der Kreisverband der LINKEN in Westmittelfranken hat beschlossen der Kampagne "Familienpatenschaften" eine Spende über 150 Euro zukommen zu lassen. Wir hoffen damit ein klein wenig das Leid der Binnenflüchtlinge in der Türkei lindern zu können", so Erkan Dinar, der auch gleichzeitig Kreissprecher der LINKEN ist.

Nachfolgend veröffentlichen wir den Aufruf zur Kampagne im unveränderten Wortlaut und bitten die Bevölkerung um Spenden:

"Die AKP-Regierung setzt ihren Terror gegen die Bevölkerung Nordkurdistans weiter fort. Nachdem zahlreiche kurdische Städte dem Erdboden gleich gemacht wurden, hat das Regime Erdogan nun diejenigen Vereine in Nordkurdistan verboten, die für die Bevölkerung der zerstörten Städte Nothilfe geleistet haben. Unter den 370 Vereinen, die jüngst durch einen Erlass des türkischen Staatspräsidenten Erdoğan verboten wurden, befinden sich auch der „Rojava Solidaritäts- und Hilfsverein“ und der Verein „Sarmaşık“.

Der Rojava Hilfsverein war in Nordkurdistan im Rahmen der Angriffe des IS auf Kobanê gegründet worden. Die Priorität des Vereins lag deshalb zunächst darauf, humanitäre Hilfe in die vom Krieg zerstörten Teile Rojavas zu bringen. Als dann das Erdogan-Regime begann, auch in Nordkurdistan einen erbarmungslosen Krieg gegen die Zivilbevölkerung zu führen, sah sich der Rojava Hilfsverein gezwungen, seinen Fokus neben Rojava auch auf die Bevölkerung der zerstörten Städte Nordkurdistans zu legen.

Den Verein Sarmaşık gibt es in der kurdischen Metropole Amed (Diyarbakir) schon seit 2006. Ziel des Vereins ist die Armutsbekämpfung mit einem nachhaltigen Programm. So hat der Verein eine Lebensmittelbank ins Leben gerufen und zuletzt 5.400 Familien regelmäßig mit Grundnahrungsmitteln versorgt. Ein weiterer Schwerpunkt des Vereins waren Bildungsprojekte und Stipendien für Schülerinnen und Schüler aus wirtschaftlich schwachen Verhältnissen.

Dass das AKP-Regime nun beide Vereine hat schließen lassen, macht deutlich, auf welche Politik der türkische Staat setzt: Die kurdische Zivilbevölkerung soll durch eine Politik des Aushungerns zur Gehorsamkeit gezwungen werden.

Durch Familienpatenschaften die AKP-Politik durchbrechen!

Gerade vor diesem Hintergrund nimmt die Bedeutung des Familienpatenschafts-Projekts deutlich zu. Tausende Familien, die ihre Häuser und Wohnungen im Zuge der Zerstörung der kurdischen Städte durch das türkische Militär verloren haben, benötigen weiterhin dringende Unterstützung. Die jüngsten Bilder aus Şirnex (Şırnak), wo die Zivilbevölkerung nach acht Monaten Ausgangssperre zurückkehren durfte, machen das Ausmaß der Zerstörung deutlich. Ganze Stadtteile wurden dem Erdboden gleichgemacht, hunderte Familien haben ihr ganzes Hab und Gut verloren.

Die Familien in Şirnex benötigen ebenso unsere Unterstützung, wie die Menschen in Nisebîn (Nusaybin), im Bezirk Sur (Altstadt von Amed), Cizîr (Cizre) und anderswo. Da nun die Hilfsorganisationen vor Ort verboten wurden, bleibt nur noch der Weg, die Familien direkt zu unterstützen. Hier setzt das Projekt der Familienpatenschaften an.

Gemeinsam mit den kurdischen Stadtverwaltungen und der Hilfsorganisation Kurdischer Halbmond (Heyva Sor a Kurdistanê) wurde Listen über die notleidenden Familien infolge der Ausgangssperren angefertigt. Diese Familien warten nun auf unsere Unterstützung. Aus diesem Grund möchten wir Paten für diese Familien gewinnen, die bereit sind, mind. über ein Jahr hinweg monatlich 150€ an die Familien zu überweisen. Es können sich natürlich auch mehrere Paten zusammentun, um den monatlichen Betrag von 150€ zusammenzutragen und an die Familien zu überweisen.

Wir würden euch die Kontaktinformationen zu den betroffenen Familien vermitteln. Anschließend könnt ihr direkt mit den betroffenen Menschen in Kontakt treten und so neben der materiellen Unterstützung, auch emotional den Familien zur Seite stehen. Für die Menschen vor Ort ist nämlich das Gefühl, in dieser schwierigen Lage nicht alleine gelassen zu werden, von großer Bedeutung. Überwiesen werden kann die Hilfe problemlos über Dienstleister wie Western Union. Um die sprachlichen Barrieren mit der Familie müsst ihr euch ebenfalls keine Sorgen machen. Wir würden euch mit Menschen bei euch vor Ort in Verbindung setzen, die euch bei der Kommunikation, aber auch bei anderen Fragen bzgl. des Projekts der Familienpatenschaften zur Seite stehen.

Kontoinhaber: Kurdisch-Deutsche Freundschaftsgeselschaft e.V.
IBAN: DE92 7645 0000 0231 4966 54
Kontonummer: 231496654
BLZ: 764500000
Sparkasse Mittelfranken Süd
Verwendungszweck: Familienpatenschaft

Für weitere Fragen könnt ihr euch gerne an uns wenden. Ihr erreicht uns per Mail unter: oea@kdfg.de"