29. April 2018

Ein Kommentar von Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) zu den exorbitant steigenden Immobilienpreisen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Erkan Dinar, (Kreisrat, DIE LINKE)

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist Spitzenklasse. Zumindest wenn es nach einer Studie der Postbank zu gestiegenen Immobilienpreisen in 2017 geht. Der Landkreis weist tatsächtlich den rasantesten Preisanstieg in ganz Deutschland auf. Um ganze 25 Prozent sind die Preise im Durchschnitt für Häuser und Wohnungen in Altmühlfranken gestiegen. An der Spitze im Landkreis liegt Weißenburg mit rund 3600 Euro pro Quadratmeter.

Ursache dieser Entwicklung sind u.a. die bereits in den Vorjahren gestiegenen Immobilienpreise in den Metropolregionen sowie Großstädten. Immer mehr Menschen nutzten nun das hohe Preisniveau, um ihre Immobilien in der Stadt mit satten Gewinnen zu veräußern und sich hierfür im Speckgürtel eine zumeist günstigere Wohnung zuzulegen. Bewusst in Kauf genommen werden dabei sogar längere Anfahrtszeiten zum Arbeitsplatz. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Die niedrigen Zinssätzen bei den Banken laden zusätzlich dazu ein, in ländlichen Regionen, welche in unmittelbarer Nähe von Großstädten liegen, Immobilien als Kapitalanlage zu sehen. Steigende Mietpreise sind ein Ergebnis davon. Die Kommunalpolitik im gesamten Landkreis muss endlich darauf reagieren und seine Aufmerksamkeit auf den sozialen Wohnungsbau konzentrieren. 

Denn gleichzeitig verarmt ein immer größer werdende Teil der Arbeitnehmer/innenschaft durch viel zu niedrige Löhne. Durch präkere Arbeitsverhältnisse und sinkende Reallöhne wird auch die Bürgerschaft in Altmühlfranken unter finanziellen Druck gesetzt. Auf dem Wohnungsmarkt müssen sie sich mit Asylberechtigten, alleinerziehenden Müttern/Vätern, Erwerbslosen, Zugezogenen und Rentnern um die wenigen bezahlbaren Wohnungen in den Städten streiten. Dies entgeht natürlich auch den Vermietern nicht. Die Forderungen bei Neuvermietungen werden deshalb immer unverschämter.

Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises könnte, mit ausreichenden Mitteln ausgestattet, die vorhandene Nachfrage bedienen und ausreichend Wohnraum schaffen. Vor allem, der Gier von privaten Vermietern einen Riegel vorschieben.