30. August 2018

Ein Kommentar von Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) zur Blaualgen-Problematik im Fränkischen Seenland

Erkan Dinar, (Kreisrat, DIE LINKE)

"Mittlerweile habe ich mich in die Blaualgen-Thematik im Allgemeinen sowie in die Blaualgen-Problematik im Fränkischen Seenland im Speziellen eingearbeitet. Sicherlich kennt sich Landrat Wägemann ebenfalls sehr gut darin aus. Das ganze Wissen darüber nützt jedoch nichts, wenn nicht auch die offiziellen Stellen, in unserem Fall die zuständigen Zweckverbände der Seen und der Landkreis sich "offiziell" damit befassen und vor allem dann auch in Konsequenz eine Veränderung der subjektiven Gründe der Blaualgenbildung einfordern sowie durchsetzen.

Die Einleitung von Abwasser aus verschiedenen städtischen Kläranlagen und die Pestizidbelastung durch die Landwirtschaft sind solche gewichtigen "subjektiven Gründe". Wenn man diese beiden Punkte in den Fokus nehmen würde, müsste man jedoch politisch Handeln. Dies will Landrat Wägemann offenbar nicht. Deshalb will er auch keine schriftliche Auskunft geben, denn in dieser müsste er sich entweder schützend vor die vermeintlich schuldigen Protagonisten stellen oder er müsste Akteure, wie beispielsweise dem Bauernverband, gegen den Kopf stoßen. Da sagt man lieber gar nichts. Landrat Wägemann handelt in meinen Augen gerade so wie er handelt, weil er Rücksicht auf die CSU nimmt und die bevorstehenden Landtagswahlen im Hinterkopf hat.

Auch müsste er sich vorwerfen lassen, Seenlandkonferenzen organisiert zu haben und die Umsetzung der dort getätigten freiwilligen Zusagen der verschiedenen Protagonisten nicht zu überprüfen. Also einfach nur Aktionismus an den Tag gelegt und KEINE wesentliche Verbesserungen erreicht zu haben. Dies passt natürlich ganz und gar nicht in das öffentliche Selbstbildnis von unserem Landrat. Wir können uns also auch zur nächsten Saison wieder auf die Blaualgen einstellen. Von Landrat Wägemann ist nichts mehr zu erwarten."