13. April 2019

Ein Kommentar von Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) zur Schließung vom Alfmeier-Standort in Gunzenhausen

Erkan Dinar, (Kreisrat, DIE LINKE)

Richtig ist: Die Automobilindustrie in Deutschland hat viel zu lang durch Großspenden an Parteien die politischen Weichenstellungen für den technologischen Fortschritt gebremst. Leidtragende werden mittelfristig die Arbeiter/innen in den Werken der deutschen Autokonzerne und vor allem auch bei der Autozulieferindustrie werden.

Die Firma Alfmeier mit Sitz in Treuchtlingen nimmt dies nun zum Vorwand und hat angekündigt 130 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen zu wollen. Allein 100 Arbeiter/innen wird es am Standort Gunzenhausen treffen.

Richtig ist, aber auch: Die Firmenführung gibt als Grund die Mobilitätswende und laufende Handelskonflikten an. Gleichzeitig gibt sie jedoch auch zu, die Produktion der Baugruppen, die bisher in Gunzenhausen produziert wurden, nach Tschechien und Mexiko verlagern zu wollen. Bei diesen Baugruppen handelt es sich um Komponenten für Sitzkomfortsysteme. Was haben nun diese Baueinheiten eigentlich mit der Mobilitätswende zu tun?

Hier werden also nicht Arbeitsplätze abgebaut, weil die böse Öffentlichkeit nun die Geschwindigkeit beim Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor erhöht sehen möchte, sondern einfach nur aus Profitinteressen bisherige heimische Arbeitsplätze ins Ausland verlagert.

Alfmeier hat keine Krise! Vielmehr wurde mit der Schließung eine "langfristige strategische Entscheidung getroffen". So zumindest der IG BCE-Bezirksleiter Roland Nosko in einer Erklärung. Bezahlen müssen diese Entscheidung nun die Arbeiter/innen mit ihren Familien. Es gibt also keinen Grund für Zurückhaltung bei den anstehenden Verhandlungen zum Sozialplan.