25. Juli 2017

Ein Kommentar von Kreissprecher Erkan Dinar (DIE LINKE) zur Rettung der Fränkischen Backstubn aus der Insolvenz

Erkan Dinar, Kreissprecher der Linken

"Eine erfreuliche Nachricht für die Kolleginnen und Kollegen der Fränkischen Backstubn sowie Kunden der Region. Alle 24 Filialen bleiben erhalten!

Die Systemkrise in der Bäckerei-Branche bleibt jedoch weiterhin bestehen. Der Verdrängungswettbewerb führt zu Monopolisierungen auch in unserer Region. Kleine Bäckereien leiden immer mehr unter der Konkurrenz von Großbäckereien und Backstationen in den Supermärkten.

Die Backbranche ist weiterhin mitten im Strukturwandel. Die Zahl der Großbäckereien steigt, die kleinen Bäckereien verschwinden. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, die von 2011 stammen, ist die Zahl der Unternehmen seit dem Jahr 2000 um rund 6.000 auf 13.800 gesunken. Bis 2020 sollen es bundesweit nur noch 8000 bis 10.000 sein.

Zugleich steigt aber die Zahl der Backstationen in Supermärkten zusehends. Derzeit sind es gut 25.000. Von dieser Entwicklung sind vor allem die Bäckereien im Vorraum der Supermärkte und die Handwerksbäcker betroffen.

Auch künftig werden fast ausschließlich Betriebe mit einem Umsatz von weniger als einer Million Euro vom Markt verschwinden. Gründe sind vor allem fehlende Nachfolger in Familienbetrieben und der Bevölkerungsrückgang auf dem Land. Doch auch das Einkaufsverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten trägt erheblich dazu bei.

Schade eigentlich, denn Deutschland hat mit einem Angebot von mehr als 300 Sorten Brot und über 1200 Sorten Kleingebäck eine Vielfalt zu bieten habe, wie es sie sonst wohl nirgends auf der Welt gibt."