24. März 2019

Fridays-for-Future, Seebrücke und nun Uploadfilter - Weißenburg demonstriert!

Innerhalb von 8 Tagen erlebte Weißenburg seine dritte Demonstration. Nach der Kundgebung zu Fridays-for-Future mit über 450 Teilnehmer und der Mahnwache der Seebrücke gegen das Sterben im Mittelmeer mit über 50 Teilnehmern versammelten sich nun am Samstag über 80 Teilnehmer zu einer Bündnis-Demonstration gegen Uploadfilter auf dem Weißenburger Marktplatz. Als Vertreter der lokalen Politik auch mit anwesend die Stadträte Inge-Pfitzinger-Miedel (SPD), Lissy Pecoraro (SPD), Uwe Döbler (SPD) sowie Erkan Dinar (DIE LINKE).

In mehreren Wortbeiträgen griffen die Vertreter der einzelnen Bündnisorganisationen die geplante EU-Urheberrechtsreform an. Für DIE LINKE sprach ihr Kreissprecher Victor Rother*. Alle verwiesen auf Einschränkungen der Künstlerfreiheit sowie eine Kommerzialisierung zugunsten von Großunternehmen. Auch wenn es nicht im Gesetzestext stehen würde, die Uploadfilter würden nicht nur kommen, sondern seien jetzt schon im Einsatz. Soziale Plattformen wie Facebook und Youtube würden sie jetzt schon ausprobieren. Bisher jedoch in einem noch sehr geringem technischem Maße. Mit der Reform seien einer Zensur jedoch keine Grenzen mehr gesetzt, denn bei Verstößen würden den Plattformbetreibern hohe Strafzahlungen drohen. Dies sei auch eine Gefahr für die Bürger- und Freiheitsrechte sowie die Demokratie an sich.

Von starkem Beifall wurde der Wortbeitrag von Stadtrat Erkan Dinar (DIE LINKE) begleitet. Als wohl ältester Redner bedankte er sich bei den anderen Teilnehmern der Demonstration mit den Worten:

"Mein Sohn ist nun 15 Jahre alt. Vor zwei Jahren sagte er zu mir, in einer Diskussion über seine Zukunft, er wolle Let`s Player werden. Ich griff mir in diesem Moment mit der linken Hand an die Stirn und dachte mir nur, was hast Du nur falsch gemacht? Warum will der Junge kein Jura studieren?

Nach nun zwei Jahren habe ich es begriffen. Die sozialen Medien waren in meiner Jugend nicht Teil meiner Lebensrealität. Für euch ist sie es jedoch. In meinen Augen haben wir deshalb an dieser Stelle einen Generationskonflikt. Umso wichtiger ist es, dass ihr als Jugend uns, also meine und die noch älteren Generationen, aufklärt. Mit der Demonstration heute ist ein guter Auftakt dafür gesetzt worden."

*Hier geht es zur Rede!