7. Oktober 2019

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen bleibt Gesundheitsregion Plus

Der Kreistag vom Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat einstimmig beschlossen, sich erneut um eine 5-jährige Förderung als Gesundheitsregion Plus zu bemühen. Für die Linken stimmte auch Kreisrat Erkan Dinar dem Beschlussvorschlag zu.

Das Förderprogramm ist 2015 vom Bayerischen Gesundheitsministerium geschaffen worden. Im Mittelpunkt steht die Sicherstellung der wohnortnahen medizinischen Versorgung sowie eine Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung. Gedanken dazu macht man sich in vier Arbeitskreisen. Die Themenkomplexe sind die ärztliche Versorgung im Landkreis, Präventionsangebote im Bereich Gesundheit, Pflege und Palliativversorgung. Die Geschäftsstelle der Gesundheitsregion Plus ist direkt beim Landratsamt angesiedelt worden. Fast 70 Prozent der Personalkosten (250.000 Euro in 5 Jahren) wurden vom Land übernommen.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten stand die medizinische Ferienakademie im Landkreis. Mit diesem Projekt werden Medizinstudenten jährlich Fortbildungsveranstaltungen und Freizeitaktivitäten angeboten. Man hofft damit die Attraktivität der Region den angehenden Medizinern näher zu bringen. Verbunden mit dem Hintergedanken sie nach dem Studienabschluss für eine Ansiedlung im Landkreis zu gewinnen. Auch da in den nächsten fünf Jahren ein Drittel der praktizierenden Ärzte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in den Ruhestand gehen möchte.

Erfreulicherweise ist der Landkreis nun auch kein weißer Fleck mehr im Bereich "Essstörungen bei Jugendlichen". Ein Drittel der Jugendlichen hat mittlerweile ein gestörtes Essverhalten. In Weißenburg wurde dazu eine Zweigstelle des Therapienetzes Essstörung eingerichtet.

Im Bereich Pflege und medizinisch-soziale Versorgung wurde ein einheitlicher Bogen für die Pflege- und Wundbehandlung geschaffen. Dieser wird von den Krankenhäusern, vielen Pflegeheimen sowie ambulanten Pflegediensten benutzt.

Der Arbeitskreis Hospiz- und Palliativversorgung hat ein Palliativnetzwerk aufgebaut und darauf aufbauend die SAPV Südfranken (Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung) geschaffen. Damit kann eine Palliativversorgung von Schwerstkranken in den eigenen vier Wänden ermöglicht werden. Auch wurde ein landkreisweiter Hospizdienst geschaffen.

Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) dazu: "Ich halte es für positiv viele Protagonisten im Bereich Medizin und Pflege in den Arbeitskreisen zusammen zu bringen. Nur gemeinsam ist es möglich realistische Analysen über die reale Situation im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zu erstellen. Bisher nicht im nötigen Umfang eingebunden sind jedoch die Pflegekräfte. Die Kolleginnen und Kollegen sind jedoch direkt an den Patientinnen und Patienten dran.

Immer wieder werden mir hier Probleme auch an den beiden Klinikstandorten in Gunzenhausen sowie Weißenburg zugetragen. Arbeitsüberlastungen, Überstunden und Krankenstände bedrohen auch bei uns einen reibungslosen Verlauf bei der medizinischen Betreuung. Hier muss dringend etwas getan werden. Vor allem müssen diese Probleme auch mal nüchtern überhaupt zur Kenntnis genommen werden".