4. Juli 2019

Notstand der Menschlichkeit

Das Bündnis Seebrücke Weißenburg schließt sich dem bundesweiten Aufruf der Seebrücke-Bewegung zu Demonstrationen an und hat für kommenden Samstag um 13.00 Uhr eine Kundgebung auf dem Weißenburger Marktplatz angemeldet.

"Die Menschlichkeit ist bedroht, es ist Zeit zu handeln. Wir rufen den Notstand der Menschlichkeit aus! Dieser Notstand dauert solange an, bis sich europäische Staaten auf einen solidarischen und humanen Mechanismus zur Aufnahme und Verteilung der Geretteten verständigt haben und die Kriminalisierung der RetterInnen aufhört.", so das Bündnis Seebrücke Weißenburg in seiner Presseankündigung.

Neben aktuellen Informationen wird es Redebeiträge, ein Schweigen sowie ein Offenes Mikrofon geben.

Neben Weißenburg finden am kommenden Samstag in mehr als 40 Städten Demonstrationen statt. Zuletzt war die Kapitänin des zivilen Seenotrettungsschiffes Sea Watch 3 in Lampedusa verhaftet und das Schiff beschlagnahmt worden. Carola Rackete soll in Kürze aus Italien ausgewiesen werden.

Nachdem nun auch aus der Regierungskoalition in Berlin Stimmen zu hören waren, die Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung zu beenden, hat das Bündnis Landtags-, und Bundestagsabgeordnete aus CSU/SPD zu einem Statement am Samstag in Weißenburg eingeladen und gebeten.

Artur Auernhammer, MdB, hat bereits aus Termingründen abgesagt, vertritt aber nachdrücklich den „Plan für Afrika“ des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit, an dem er auch mitgearbeitet hat, und ist am Austausch darüber mit lokalen Akteuren sehr interessiert. Das Weißenburger Bündnis ist für dieses Herangehen an Fluchtursachen dankbar und gesprächsbereit – nicht ohne jedoch das aktuelle Dilemma der Seenotrettung wieder und wieder an die Öffentlichkeit zu bringen.