24. September 2019

Redebeitrag zu Klima-Protesten in Gunzenhausen am 20.09.19, Victor Rother, Kreissprecher von DIE LINKE.

Victor Rother (DIE LINKE), Kreissprecher

Es gilt das gesprochene Wort!

Ich habe letzte Woche gelesen, dass sich seit der Eröffnung des billig Mode-Discounters Primark in Ingolstadt, die Kundenfrequenz innerhalb eines Jahres um satte 33 Prozent in der dortigen Innenstadt erhöht hat.

Warum erzähle ich das?

Der Gewinn von Primark betrug zuletzt eine Milliarde Euro. Das bei einem Verkaufspreis von vier Euro für ein T-Shirt, die Näherin in Bangladesch nicht leben kann, ist wohl für niemanden überraschend. Doch auch die Ökobilanz und damit der Einfluss auf unser Weltklima ist katastrophal. Die Textilindustrie stößt mehr Co2 aus, als alle internationalen Flüge und die Seeschifffahrt zusammen. Sie verschlingt zehn Prozent des industriell genutzten Wassers auf der Welt und 98 Millionen Tonnen Erdöl für Herstellung von Kunstfasern. In deutschen Schränken hängen 50 Milliarden Kleidungsstücke.

Ich glaube an die Verantwortung des Einzelnen, wenn es darum geht, ein nachhaltiges Leben zu gestalten. Meine Familie hat kein eigenes Autor, ernährt sich fast ausschließlich vegetarisch, sät und erntet eigenes Gemüse im Schrebergarten und ich freue mich sehr darüber, dass bald ein Unverpackt-Laden in Weißenburg eröffnet.

Trotz alledem, sind es aber große politische Weichenstellungen, die darüber entscheiden werden, ob wir diesen Planeten, mitsamt seiner Bewohner schlussendlich, im SUV gegen die Wand fahren.

Das Ozonloch wird beständig kleiner, weil die internationale Gemeinschaft vor mehr als 30 Jahren ein FCKW -Verbot auf den Weg gebracht hat. 100 Unternehmen sind für 71 Prozent des Co2 Ausstoßes verantwortlich.

Klimagerechtigkeit, wird durch Emissionshandel und einer Freiwilligen Selbstverpflichtung in der Wirtschaft nicht zu schaffen sein. Unsere Braunkohlekraftwerke gehören zu den größten Co2 Verursachern in Europa. Wir müssen endlich damit anfangen sie abzuschalten und den Abbau von Braunkohle zu stoppen. Bus und Bahn zum Nulltrarif und eine Klimapolitik die nicht wieder von Einkommensschwachen und Benachteiligten in dieser Gesellschaft getragen wird.

Meine Solidarität haben heute alle Schülerinnen und Schüler von Fridays for Future, welche die Schule verlassen haben, um sich Klimaprotesten anzuschließen. Ihr „schwänzt“ nicht, ihr kämpft für eine andere Klimapolitik und eine Zukunft unseres Planeten!

Wir sollten stolz auf so politische Kinder und Jugendliche sein. Sie sind es, die ein ganzes Leben vor sich haben – zerstören wir es nicht im Namen von Profitinterssen und Konsum, auf Kosten von uns allen.