30. April 2018

Weißenburger Stadtrat beschließt Nutzungskonzept zum Bau von 95 Wohneinheiten auf dem Gelände der Ziegelei Lang

Die Linken in Weißenburg beklagen schon länger den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und fordern eine kommunale Baugesellschaft. Bisher hat sich der Stadtrat nicht dafür erwärmen können, weil man sich viel lieber auf den freien Markt verlässt. Einstimmig stimmte der Stadtrat nun für ein neues Nutzungskonzept zur Schaffung eines zentrumsnahen Wohngebiets auf dem Gebiet der ehemaligen Ziegelei Lang. Für die Linken stimmte Stadtrat Erkan Dinar mit Bedenken ebenfalls für das neue Projekt.

Der alte Eigentümer des 2,2 Hektar großen Gebiets wollte unter dem Titel "Revitalisierung einer Industriebrache nahe der Innenstadt" ein neues Stadtviertel mit Wohnbebauung, Gewerbeflächen und Gastronomie schaffen. Man sprach schon vom neuen Weggehviertel Weißenburgs. Dabei sollte dann sogar der historische Bestand weitestgehend erhalten bleiben

Im neuen Nutzungskonzept ist davon keine Rede mehr. Einzig der Schornstein der Dampfziegelei sowie die Villa wird nun mehr auf dem reinen Wohnbebauungsgebiet stehen bleiben. Auf der Ostseite, angrenzend zur Bahnlinie, will man vier viergeschossige Mehrfamilienhäuser mit 48 Wohnungen entstehen lassen. An der Südseite, angrenzend an den Lehenwiesenweg, werden zwei dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit 18 Wohnungen bauen. Zwischen den beiden Wohnblöcken und dem ehemaligen Turnerheim werden auf der Nordseite 19 dreigeschossige Reihenhäuser entstehen. Auf der Westseite sind zehn Einfamilienhäuser vorgesehen.

Stadtrat Erkan Dinar (DIE LINKE) dazu: "Der Bau von 95 Wohneinheiten in unmittelbarer Nähe zur Altstadt ist ein zweischneidiges Schwert. Es ist positiv, weil dadurch dringend benötigter Wohnraum geschaffen wird und gleichzeitig eine vor sich hin vegetierende Industriebrache verschwindet. Es ist jedoch auch negativ, weil der Wohnraum nicht durch die Stadt geschaffen wird und deshalb hohe Mieten zu erwarten sein werden. Der durchschnittliche Mietspiegel wird also nach oben gehen und als Sogwirkung bisherige Vermieter bei Neuvermietungen auf die Idee bringen, höhere Mieten zu verlangen. Die Stadt Weißenburg muss mit einer kommunalen Baugesellschaft aktiv werden. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum.