11. August 2010

Suchtprävention und die Situation Drogenabhängiger in Mittelfranken

Uwe Schildbach

Sehr geehrter Herr Bezirkstagspräsident,

hiermit beantrage ich das Thema „Suchtprävention und die Situation Drogenabhängiger in Mittelfranken“, im Rahmen einer Expertenanhörung möglichst zeitnah auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen des Sozialausschusses zu stellen.

Der Bezirk Mittelfranken engagiert sich seit Jahren erfolgreich in der psychosozialen Betreuung von schwerst drogenabhängiger Menschen.

 

In der Sozialausschusssitzung vom 18.03.2010, wurde auf Antrag der SPD-Fraktion, die Förderung der Methadonsubstitution durch den Bezirk Mittelfranken erörtert. Die Linke begrüßt das Engagement des Bezirks in Sachen Methadonsubstitution ausdrücklich. Anders als bei einigen Landespolitikern derzeit üblich, ist das politische Handeln des Bezirks in dieser Angelegenheit nicht von weltfremden und ideologischen Scheuklappendenken geprägt, sondern bietet konkret dort Hilfe an wo sie am notwendigsten ist.

Trotzdem halten wir die Versorgungsstrukturen für Drogenabhängige in Mittelfranken für verbesserungswürdig.

Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Drogentoten in Mittelfranken, vor allem in der Metropolregion Nürnberg, und der derzeitigen Diskussion um die Einrichtung von sog. Drogenkonsumräumen (Fixerstu-ben), sollten wir als Vertreter des Bezirks unser Augenmerk nicht nur auf die Methadonsubstitution, sondern auf die Gesamtproblematik „Suchtprävention und die Situation Drogenabhängiger in Mittelfranken“ werfen.

Dabei sollten folgende Fragen/Themen erörtert werden:

- Zahl der Drogenabhängigen in Mittelfranken (einzelne Städte und Landkreise)

-Die verschiedenen Arten der Abhängigkeit von illegalen Drogen (neue Trends usw.), Alters- und Sozialstrukturen der Drogenkonsumenten.

-Drogentote in Mittelfranken, schwere Erkrankungen aufgrund des Drogenkonsums (HIV, Hepatitis…), Entwicklung der letzten Jahre, voraussichtliche Entwicklung.

-Drogendelikte, Kriminalisierung und Beschaffungskriminalität

-Suchtprävention in Mittelfranken (Chancen, Perspektiven, neue Ansätze).

-Behandlungsangebote für Drogenabhängige in Mittelfranken. Gibt es Versorgungslücken?

-Resozialisierung von Drogenabhängigen in Mittelfranken. Welche Projekte gibt es?

-Wie sinnvoll sind Drogenkonsumräume? Chancen, Risiken, Pro & Kontra.

Als Referenten/Experten möchte ich u. A. vorschlagen: Georg Hopfengärtner (Suchtbeauftragter der Stadt Nürnberg), Bertram Werner (Mudra Nürnberg), Dr. Tauber (Institutsambulanz Ansbach),  Georg Walzel (Drogenbeauftragter der Bayrischen Staatsregierung).

Im Sinne der Ausgewogenheit wäre es auch sinnvoll, es den einzelnen Bezirkstagsgruppen und Fraktionen im Vorfeld zu ermöglichen, eigene Vorschläge bezüglich der Referentenauswahl und des Fragenkatalogs einzubringen.

Für die Benennung weiterer Experten/Referenten seitens der Bezirksverwaltung und der organisatorischen Vorbereitung, möchte ich mich schon im Voraus bedanken.

Mit freundlichen Grüßen,

Uwe Schildbach, Bezirksrat