2. September 2013

Einer Rettungsaktion für jüdische Kinder

Trains to Life, Trains to Death. Vor dem Bahnhof Friedrichstraße werden zwei Gruppen Kinder gezeigt: eine die mit dem Kindertransport fliehen konnte, und eine für die Kinder, die in Konzentrationslager deportiert wurden. - Quelle: Wikipedia

Im November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen, Widerstand in der deutschen Bevölkerung gab es kaum. Man ließ es geschehen, duckte sich weg. Spätestens ab jetzt waren die Deutschen Geiseln ihrer Führung, die sie selbst gewählt hatten, Mitwisser, Zugerichtete, ein Volk von Komplizen. Aber dann geschah ein kleines Wunder: Mehr als 10000 bedrohte jüdische Kinder konnten nach Großbritannien gerettet werden, was auch der Terror der Gestapo bis in die Abteile der Sonderzüge hinein nicht zu verhindern vermochte.

In Reaktion auf die »Reichspogromnacht« waren führende Vertreter der britischen jüdischen Gemeinde bei Premierminister Neville Chamberlain vorstellig geworden, die strengen Einwanderungsbestimmungen für jüdische Kinder unter 17 Jahren zu lockern und es ihnen zu ermöglichen, Deutschland ohne ihre Eltern zu verlassen. Hieraus wurde eine Kabinettsvorlage, die vom britischen Parlament bestätigt wurde.

Die Kindertransporte, die viele Helfer hatten, dauerten bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939. Kinder aus Deutschland, Österreich, Polen und der Tschechoslowakei wurden von britischen Internaten und Pflegefamilien aufgenommen. Das Wort Kindertransport fand Aufnahme in die englische Sprache. Es war nicht alles ohne Makel, was hier geschah. Wie hätte es auch anders sein können. Aber man war gerettet, durfte leben, weiterleben. Doch die meisten Kinder sahen ihre Eltern nie wieder. Eines der Kinder, Frank Meisler, schuf vor ein paar Jahren das Denkmal »Züge in das Leben – Züge in den Tod«. Es steht am Berliner Bahnhof Friedrichstraße. Von hier fuhren Ende August 1939 die letzten Züge mit zu Rettenden.