13. September 2013

Organisierte Wegelagerei

Propagandarummel mit Sammelbüchse: Mitglieder der SS, SA, HJ und Wehrmachtsangehörige sorgten dafür, daß auch der letzte Pfennig eingetrieben wurde (Luftwaffenoffiziere in Berlin, 1934) - Fotoquelle: jW Archiv

Am 13. September 1933 verkündete Hitler die »Aktion gegen Hunger und Kälte«. Die Spendensammlungen entlasteten den faschistischen Staat finanziell – das kam der Aufrüstung zugute

Manfred Weißbecker

Das sogenannte Winterhilfswerk (WHW) der Nazis startete vor 80 Jahren – wie auch anderes in der Geschichte des deutschen Faschismus – mit einer Lüge: Großspurig verkündete Hitler am 13. September, es werde in Deutschland die erste Hilfsaktion des deutschen Volkes gegen Hunger und Kälte geben. Erstmalig? Offensichtlich rechneten die Nazis mit der Vergeßlichkeit der Menschen. Hatte denn in Deutschland nicht bereits während des Ersten Weltkrieges eine »Kriegswinterhilfe« existiert? Hatte es nicht während der Inflationszeit in einzelnen Städten (für Hamburg sorgfältig von Peter Zolling untersucht) entsprechende Bemühungen gegeben? War nicht in der Weimarer Republik von vielen politischen, kirchlichen und karitativen Organisationen Wohlfahrt betrieben worden? Hatten nicht in den letzten beiden Jahren der großen Weltwirtschaftskrise die Sammlungen der Reichsregierung im Zeichen der Winterhilfe einen Gesamtwert an Geld- und Sachspenden von 97 bzw. 91 Millionen Reichsmark eingebracht?

Neu war es auch nicht, nach Möglichkeiten zu suchen, wie armen Menschen, insbesondere in harten Notzeiten, geholfen werden kann. Gehungert und gefroren wurde nicht allein in der Weimarer Republik, obgleich dies die Nazis propagierten: Ihre Parole »Keiner soll hungern, keiner soll frieren« würde sich erst realisieren lassen, wäre das nach der Novemberrevolution in Deutschland geschaffene »System« beseitigt. Man brauche lediglich, so tönte Hitler, die »internationale marxistische Solidarität« beseitigen und an deren Stelle die »blutmäßig ewig begründete« und »lebendige nationale Solidarität des deutschen Volkes« setzen. Er appellierte an den bereits im Weltkrieg 1914 bis 1918 bewiesenen Opfersinn der Deutschen und kündigte den Armen, Hungernden und Frierenden sofortige Hilfe an.

Was da als sich bewährender »Sozialismus der Tat« gepriesen wurde, erwies sich vor allem als ein Versuch zur Stabilisierung der faschistischen Diktatur. Sozialstaatliche Regelungen, zuvor mühsam durchgesetzt, sollten abgebaut und die Gefahr sozialer Unruhen dennoch gebannt werden. Politische und soziale Disziplinierung waren beabsichtigt, und nicht zuletzt sollte auch auf diesem Wege die militärische Aufrüstung finanziell ermöglicht werden. Natürlich fiel kein Wort zu den realen sozialökonomischen Ursachen von Armut und Not und damit zu der Tatsache, daß es in den von Klassenherrschaft geprägten Gesellschaften immer zu viele Menschen gab, die sich wegen der herrschenden Verhältnisse nicht aus eigener Kraft den notwendigen Lebensunterhalt erarbeiteten konnten.

Zugleich hatte es auch immer die Suche nach gnädiger Hilfe gegeben, auch wenn Menschen dadurch im Grunde zu Bittstellern degradiert wurden. Religiöse Einrichtungen setzten auf das Prinzip der Barmherzigkeit und des Teilens. Almosen zu spenden galt als gottgefällig, gut für das eigene Seelenheil. Eine staatliche Wohlfahrts- und Sozialpolitik hatte erkämpft werden müssen und setzte ein, als proletarische Selbsthilfeorganisationen, Versicherungsvereine, gewerkschaftliche Hilfskassen und Genossenschaften entstanden waren. Sie sorgten dafür, daß ihre Mitglieder nicht völlig schutzlos den Wechselfällen des Lebens ausgeliefert blieben. Mit Recht sprechen Autoren in der sozialgeschichtlichen Literatur – z.B. Michael R. Krätke und Christoph Butterwegge – vom »proletarischen Ursprung« der Sozialversicherung. Wie Wohlfahrt und Sozialpolitik konkret gestaltet werden, das läßt viel vom Wesen und Charakter gesellschaftlicher Verhältnisse, von den konkreten Zielsetzungen jeweiliger Aktionen erkennen. Zu allen Zeiten, erst recht auch 1933.

Instrumentalisierte »Magenfrage«

Selbst die Tatsache, daß die an die Macht gebrachten Nazis für den Winter 1933/34 eine Hilfsaktion ankündigen, hätte überraschen können: Wer Hitlers »Mein Kampf« kannte, wußte um die sozialdarwinistisch verbrämten Attacken gegen die »lächerlichen wie zwecklosen Wohlfahrtsduseleien«. Diese würden eigensüchtig und zur Selbsthilfe untauglich machen sowie die »Entartung einzelner« bewirken. Wie sollte da eine Volkswohlfahrt ins Konzept passen, wenn Front gemacht wurde gegen das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz von 1922 und die Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht von 1924 sowie gegen die 1926 erfolgte Regelung einer Zusammenarbeit von Staat und den auf diesem Gebiet tätigen Verbänden?

Von einer absolut negativen Sicht war man allerdings schon abgerückt, als es die Partei für angebracht hielt, wenigsten ihre in Not geratenen Mitglieder zu unterstützen. So entstand 1931 in Berlin eine eigenständige »Nationalsozialistische Volkswohlfahrt« (NSV), doch parteioffiziell wurde erklärt, diese betreibe Mißbrauch mit dem Namen der Bewegung. Erst im Frühherbst 1932 ließ Gregor Strasser – damals noch der zweite Mann in der Parteiführung – in einem Brief an die Gauleiter verlauten, weshalb die NSDAP auf diesem Gebiet tätig werden müsse: In der »Magenfrage« seien alle zu berücksichtigen, weil so das Ziel der Partei erreicht werden könne: »Einbruch in die Front des gesamten Marxismus«. Doch selbst gegen ein solches Aushängeschild für die machtpolitischen Zwecke der NSDAP regten sich in der Partei Unmut und Widerspruch – bis schließlich Hitler am 3. Mai 1933 die NSV offiziell anerkannte. Da sprachen dann alle vom »sozialen Arm« der Partei, auch wenn egoistische Interessen einzelner Teilorganisationen weiter verfolgt wurden und Eifersüchteleien zwischen deren Führungen nicht zu übersehen waren.

Die NSV, geleitet von Erich Hilgenfeldt, einem ehemaligen Offizier und Mitglied des deutschnationalen Stahlhelm-Bundes, gewann als eine der NSDAP angeschlossene Organisation Bekanntheit und zunehmendes Gewicht innerhalb des faschistischen Organisationensystems. Diese Entwicklung war auch dem Winterhilfswerk (WHW) zuzuschreiben, das zu einer Dauereinrichtung wurde. Hatte 1934 die NSV rund 3,7 Millionen Mitglieder, so sollten es 1941 bereits fast 16 Millionen sein. Sie war damit nach der Deutschen Arbeitsfront die zweitgrößte Organisation der deutschen Faschisten. Zahlende Mitglieder aus allen Bevölkerungsschichten wurden geworben, die sich wie die Angehörigen aller anderen Organisationen mit besonderen Ansteckzeichen kenntlich zu machen hatten. Das WHW vergab Plaketten, die angebracht an Geschäfts- und Wohnungstüren die Spender auswiesen, mitunter aber auch vor anderen aufdringlichen Werbern oder weiteren Belästigungen schützen konnten.

Die NSV profitierte 1933/34 materiell, insbesondere finanziell, von der rigorosen Gleichschaltung aller Verbände, die bis dahin Wohlfahrtsarbeit geleistet hatten. Ihren Führungsanspruch setzte sie auf unterschiedliche Weise durch: Während der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband als korporatives Mitglied in den NSV eingegliedert wurde und die christlichen Organisationen (Innere Mission, Caritas usw.) noch geduldet wurden, wurden die 1919 von Sozialdemokraten gegründete Arbeiterwohlfahrt, die 1921 entstandene Christliche Arbeiterhilfe und erst recht die Rote Hilfe der KPD schlicht aufgelöst und enteignet. Jegliche Zusammenarbeit mit der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden wurde ausgeschlossen. Hilgenfeldt, der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk, agierte als Chef der Reichsarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, zu der die seit 1924 bestehende Deutsche Liga der freien Wohlfahrtspflege umfunktioniert wurde. Als ihre Aufgabe betrachtete sie eine »Vereinfachung« der Wohlfahrtsarbeit, das Ausmerzen »unwirtschaftlicher Anstalten« sowie die Absicht, »aus den verbleibenden Einrichtungen bei größtmöglicher Ausnutzung das höchste an Leistungen herauszuholen«.

Das Ganze sollte mit geschichtspolitischen Argumenten gerechtfertigt werden: Es gehe darum, den »Trümmerhaufen« zu beseitigen, der auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege und Fürsorge aus einem »liberalistisch-marxistischen Ungeist heraus betrieben« worden sei und das Volk »wirtschaftlich und seelisch an den Rand des Abgrundes gebracht« hätte. Der bisherige Wohlfahrtsstaat habe das Verantwortungsgefühl gegenüber dem einzelnen »Volksgenossen« durch Züchtung von sogenannten Unterstützungsempfängern geschwächt. Im Volke sei die Auffassung verbreitet worden, daß allein das Wohlfahrtsamt dazu da sei zu helfen: »Von der ungesunden Verweichlichung und dem übertriebenen Ich-Denken wird eine Umkehr der Erziehung zum Volksbewußtsein, zur Gemeinschaft und zum führenden Opfergedanken stattfinden müssen.« Ein Runderlaß des Preußischen Innenministers vom 1. Juni 1933 hatte es noch offenherziger auf den Punkt gebracht: Die Wohlfahrtspflege sei in der Weimarer Zeit »erheblich und unnötig verteuert« worden.

Faschistische Wohlfahrt

Auch wenn die Nazis das Winterhilfswerk nicht erfunden hatten, sie setzten es 1933 lautstark und effektvoll in Szene. Die Sammelaktionen, an denen rund eineinhalb Millionen Mitglieder ihrer Partei, der SA, SS, HJ usw. ehrenamtlich beteiligt waren – wurden von einem nahezu unermeßlichen Propagandarummel begleitet. Von der »Volksgemeinschaft« ging hauptsächlich die Rede, aber auch vom Volk, das sich selbst helfen müsse. NSDAP und NSV zeigten außerdem von Beginn der WHW-Kampagne an, wie virtuos sie Korruption, Demagogie und repressiven Druck miteinander verbinden konnten. Sie schickten ihre Anhänger mit Sammelbüchsen auf die Straßen, ließen sie treppauf, treppab an Wohnungstüren Geld und Nahrungsmittelspenden eintreiben. Ein feinmaschiges Netz war geknüpft: Für jede Straße gab es Sammellisten, in denen zu erfassen war, wer spendete, sich verweigerte oder sich säumig erwies. Seit dem 9. Oktober 1933 inszenierte das WHW auch eine »Kleidersammlung«. Zudem wurde oft ein »Winterpfennig« verlangt, erhoben als Aufrundung bei Preisen in den Läden, bei Stromrechnungen und weiteren Gelegenheiten. Eine eigens gegründete Reichswinterhilfe-Lotterie vertrieb eine Million Lose zu je 50 Pfennig.

Den Werktätigen – im nazistischen Sprachgebrauch »Arbeiter der Stirn und der Faust« – wurde automatisch ein »Opfer von Lohn und Gehalt« in Höhe von zehn Prozent der Lohnsteuer abgezogen. Spenden mußten sie dennoch sowohl auf den Straßen als auch bei den Hausbesuchen. Von den Bauern wurden »freiwillige« Spenden erwartet, die nach Zentnern wogen. Personen, die sich verweigerten, sahen sich öffentlichen, mitunter in der NSDAP-Presse plazierten Angriffen als Gegner der »deutschen Volksgemeinschaft« ausgesetzt. In einzelnen Fällen veranstalteten WHW-Werber vor Gehöften Demonstrationen, beschimpften »gebeunwillige« Bauern in Sprechchören als »Asoziale« und demolierten ihnen auch Fensterscheiben. Einem Landwirt, dessen Verhalten nicht den so gesetzten Normen entsprach, schrieb der NSDAP-Kreisleiter im fränkischen Weißenburg: »Ich glaube, daß Sie als Bauer (…) es nicht soweit kommen lassen, Sie dorthin zu bringen, wo in der Regel Staatsfeinde und Volksschädlinge verwahrt werden.«

Angeordnet wurden auch sogenannte »Eintopfsonntage«. Naziführer löffelten auf öffentlichen Plätzen in Gulaschkanonen gekochte Gerichte, um so ihre Anteilnahme am Leben von Millionen Not und Hunger leidenden »Volksgenossen« zu bekunden. Im Stadtzentrum Berlins forderten Minister, höchste Parteiführer und Reichsbeamte von Passanten Geldspenden, wobei sich die populärsten von ihnen im Menschentrubel fotografieren ließen. Allerdings bewerteten staatliche Ämter die von der NSV bedürftigen Menschen gewährten Mahlzeiten als »zusätzliche Leistung« und zogen einen entsprechenden Betrag von der staatlichen Unterstützung ab, was für die Betroffenen eine Verschlechterung ihrer Lebenslage bedeutete.

Fixiert wurde auch, daß jeder, der Unterstützung erhalten wollte, dessen »würdig« zu sein hatte und kein »Gemeinschaftsfremder« sein durfte. Dem WHW war mit schwammiger, den politischen und rassistischen Hintergrund nur ungenügend verbergender Formulierung verboten, »Asoziale, Minderwertige, Arbeitsscheue und Trinker« zu unterstützen. Hingegen sollten »bewährte Kämpfer der Bewegung«, Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene bedacht werden. Art und Maß der Fürsorge seien auszurichten am »Wert des einzelnen für das Volksganze«.

Ideologische Stabilisierung

Unter dem Slogan »Keiner soll hungern, keiner soll frieren« sowie mit Kartoffel- und Kohlenspenden, mit Tüten voller Mehl, Linsen und Graupen vermochten die Nazis nicht wenige verarmte, vereinsamte und hilflose Menschen für sich einzunehmen. Verknüpft mit Repressionen, materiellen und immateriellen Sanktionen bedeutete dies zugleich eine durchaus wirksame Sozialdisziplinierung. Der bei den verschiedensten Gelegenheiten und Anlässen ausgeübte terroristische Anpassungsdruck bewirkte, daß sich ständig mehr Deutsche dauernd oder in immer mehr Situationen dem Strom der Gefolgschaft anschlossen und ihn verbreiterten. Aus der Höhe der Spenden verschafften sich die Organisatoren und ihre Helfer zudem direkte Aufschlüsse über die Einsatzfreude der ausgesandten Sammler, die Haltung von Widerwilligen und differenzierte, in Mark und Pfennig sich ausdrückende Angaben über die politische Stimmung in der Bevölkerung. Viel Überzeugtheit, Willenskraft und auch Findigkeit gehörten dazu, dem Sog wie dem Druck standzuhalten.

Das WHW erwies sich im Winter 1933/34 als ein wirksamer Faktor zur Stabilisierung der faschistischen Herrschaft. Die Nazis waren erfolgreich darin, gesetzlich fixierte Sozialpolitik in wohlfahrtsstaatliche Aktivitäten zurückzuführen. Zugleich bestand ein nicht unerheblicher Nebeneffekt darin, daß in der Kampagne die zerstrittene Führung des Regimes erneut zusammengebracht und die Öffentlichkeit von inneren Widersprüchen der »Bewegung« und von ungelösten Problemen der Machtkonsolidierung abgelenkt werden konnte.

Auf die Weckung von »volksgemeinschaftlichen« Gefühlen – wofür die Machthaber keine Gelegenheit ausließen – zielte auch der schwülstige Weihnachtsrummel im Zeichen des Hakenkreuzes. Das Einkaufen von Geschenken wurde für die Zahlungskräftigen wegen seiner konjunkturbelebenden Wirkung zur nationalen Pflicht erklärt. Einschlägige Läden boten »Hitlerpuppen«, Figuren in SA-, SS- und HJ-Uniform, an und hielten die verschiedensten Waren mit Symbolen des Faschismus feil. Produktion und Verkauf von politischem Kitsch nahmen groteske Ausmaße an und drohten Gegenstand von Gespött zu werden. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels schritt deshalb schließlich gegen die gröbsten Wucherungen ein, und Reichsinnenminister Wilhelm Frick verbot im Juni 1934 sogar alle öffentlichen Sammlungen, dies allerdings nur bis zum 31. Oktober.

»Waffenhilfswerk«

Das WHW erbrachte im Winter 1933/34 nach amtlicher Schlußrechnung an Geld- und Sachspenden 358 Millionen Reichsmark; ein spektakulär hoher Betrag im Vergleich zu den vorherigen Winterhilfsaktionen. Die Geldspenden hatten 184,3 Millionen RM erreicht und machten 64,6 Prozent des Gesamtwerts aus. Sie stammten zu einem Drittel aus Firmen und Organisationen, jedoch zu 51,2 Prozent aus den »Opfern«, die Arbeitern und Angestellten direkt von Lohn und Gehalt abgezogen worden waren. Die »Opfersonntage« hatten rund 25 Millionen RM, die Straßensammlungen knapp sechs Millionen, die WHW-Sammellisten 14,4 Millionen RM eingebracht.

Auch in den folgenden Jahren trieb das WHW, methodisch stets ausgeweitet und zu einem straff durchorganisierten Kontributionssystem perfektioniert, riesige Geldsummen ein. Der Anteil der Sachspenden ging stark zurück, er sank bis 1939 von 35,4 auf 20,1 Prozent. Bei der letzten Sammlungskampagne vor Beginn des Zweiten Weltkrieges kamen 566 Millionen RM zusammen, 1941 dann sogar 916 Millionen RM. Die ohnehin erforderlichen Aufwendungen für die wirtschaftlich schwachen Teile der Bevölkerung wurden dem Volk selbst aufgebürdet. In den sozialdemokratischen Deutschland-Berichten hieß es Mitte der 1930er Jahre, die Sammlungen des WHW hätten dank ungehemmter Einsatzbereitschaft der Nazis »vollends den Charakter organisierter Wegelagerei angenommen«. Der Staat entlastete sich auf diese Weise finanziell, vor allem zugunsten der intensiv vorangetriebenen Aufrüstung und später direkt der Kriegsführung. Im Volksmund stand WHW oftmals für »wir hungern weiter«, und folgerichtig sprachen Antifaschisten auch von einem »Waffenhilfswerk«.

Manfred Weißbecker schrieb zuletzt an dieser Stelle am 4. September 2013 über den »Parteitag des Sieges«.

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