9. März 2013

Tradierter Kriegsklunker

»Größter Holzkopf« (Engels) stiftet eisernen Orden: Friedrich Wilhelm III., preußischer König von 1797 bis 1840 - Fotoquelle: Wikipedia

Ein Orden begleitet die deutsche Militärgeschichte und läßt sich nicht erneuern. Vor 200 Jahren wurde das Eiserne Kreuz gestiftet

Kurt Pätzold

Preußens König Friedrich Wilhelm III., den Friedrich Engels, unnachsichtig wie er war, den »größten Holzkopf« genannt hat, ließ sich im Februar 1813 von seiner Umgebung schließlich doch zu einem politischen Kurswechsel drängen. Da war er von Berlin nach Breslau in das Schloß gewechselt, das sein Großonkel Friedrich II. dort hatte ankaufen und einrichten lassen, nachdem er Schlesien definitiv erobert hatte, Der Großneffe kündigte Napoleon den Tilsiter Frieden von 1807 und jegliche weiteren Dienste auf und ließ Ende März dem Franzosenkaiser in Paris seine Kriegserklärung überreichen. Der hatte, an der Moskwa gescheitert und an die Seine zurückgekehrt, mit derlei wohl gerechnet. Er war ohnehin damit befaßt, sein in Schlachten ebenso wie durch Kälte, Krankheiten, Seuchen und Desertionen dezimiertes Heer aufzufüllen, also im Grunde dabei, sich ein neues zu schaffen. Mit dem wollte er in deutschen Landen und weiter ostwärts auf polnischem Boden an der Weichsel die Zarenarmee vernichten und das Ergebnis seines fehlgeschlagenen Feldzuges von 1812 korrigieren. Nun also würde er es jedoch nicht nur mit der Zarenarmee, die sich schon auf Preußens Territorium befand, sondern auch mit dessen Truppen zu tun bekommen. Über die urteilte der Franzosenkaiser jedoch aufgrund seiner Erfahrungen von Jena und Auerstedt äußerst geringschätzig. Das freilich sollte sich als ein Irrtum erweisen.

Dieses Preußen, das nun sich von der Fremdherrschaft zu befreien suchte, war ein anderes, als das sechs Jahre zuvor erst in Thüringen vernichtend geschlagene und sich dann in Teilen zwangsweise in einen Bundesgenossen Frankreichs verwandelte. Gewiß, auf sich allein gestellt, hätte es den Versuch nicht mit Erfolgsaussicht unternehmen können, den Eroberer Napoleon loszuwerden und die französischen Besatzungstruppen außer Landes zu treiben. Doch nun, nach der Schlacht von Borodino und der Katastrophe des Rückzugs der einst Großen Armee des Korsen, verbündet mit dem Rußland des Zaren Alexander I. und dessen von Kutusow geführter Armee, bestand die Chance der Befreiung. Die Frage lautete schon an der Jahreswende 1812/1813, als die Zarenarmee auf ihrem Wege nach Westen die Provinz Preußen (Ostpreußen) erreichte: Wann, wenn nicht jetzt? So wurde sie von den maßgeblichen Männern in der Umgebung des Preußenkönigs auch gestellt, von Stein und Scharnhorst, von Blücher und Gneisenau.

»Aufruf an mein Volk«

Der Kriegserklärung Friedrich Wilhelms III., die in Paris am 27. März übergeben wurde, ging die Verabschiedung einer Reihe von königlichen Ordern und Erlassen voraus. Zu denen gehörten die Verkündung der allgemeinen Wehrpflicht für Männer zwischen dem 17. und dem 24. Lebensjahr, die Aufstellung einer Landwehr, die alle anderen wehrfähigen Männer umfassen und die reguläre Armee, die sogenannte Linie, verstärken sollte, die Ankündigung der Bildung eines Landsturms, die Genehmigung der Bildung von Freikorps nach besonderen Regeln und ausgestattet mit speziellen Aufträgen während der Kriegshandlungen. Zwei Dokumente aus jenen Tagen beanspruchen über ihren unmittelbaren Zweck hinaus Denkwürdigkeit. Sie bezeugen den Zwang zum Übergang zu einer gewandelten Herrschafts- und Regierungspraxis, sollte nicht Gefahr drohen, daß ganze Großgruppen von Untertanen sich dem königlichen Regiment entzogen oder gar dessen Existenz gefährdeten. Erstrebt wurde die Wiederherstellung der traditionellen Eintracht von Herrschenden und Beherrschten, wobei sich an den Zielen der ersteren nichts geändert hatte. Ihnen ging es um die vollständige Zurückgewinnung und Wiederherstellung der sozialen und politischen Zustände und Privilegien, die Napoleons Ansturm erschüttert hatte.

Daß sich ein Hohenzoller befehlend an seine Generale, Offiziere und Soldaten oder sonstigen Untergebenen gewandt hatte, war vordem schon vorgekommen und erregte Niemandes Aufsehen. Nie zuvor aber hatte ein gekröntes Haupt eine Verlautbarung als »Aufruf an mein Volk« deklariert, sich so unterschiedslos an die Angehörigen aller Schichten gewandt, im königlichen Verständnis an alle seine Untertanen, Männer wie Frauen. Das geschah am 17. März 1812. Zwei Tage darauf wurde der Text der Verlautbarung in der Schlesischen privilegierten Zeitung veröffentlicht.

Aufgerufen wurden die auch als »mein treues Volk« bezeichneten Preußen, die Fremdherrschaft abzuschütteln, deren demütigende und ruinierende Folgen für die Bevölkerung zunächst wortreich und teilnahmsvoll geschildert wurden. Von seiner eigenen Rolle in jenen Jahren der Unterwerfung seit dem Frieden von Tilsit 1807 sagte der Monarch einzig, er habe Napoleon zu überzeugen gesucht, daß Preußens Selbstbestimmung auch diesem nützlicher sein würde. Jedoch vergeblich. Nun, da Gelegenheit und Zeit gekommen wäre, solle und müsse das Volk Opfer für das Vaterland und seinen »angeborenen König« bringen.

Wofür aber konkret? Für welche Ziele? Da hielt sich Seine Majestät merklich zurück. Doch wer lesen konnte, das war freilich eine Minderheit, entnahm selbst diesem Ruf, daß es um die Restauration der alten Zustände ging. Die Jahre vor 1806 wurden als »glückliche Zeit« apostrophiert, die wiederkehren solle und werde. Daran müßten sich Preußen, Brandenburger, Schlesier, Pommern und Lithauer erinnern und ebenso »an die Vorzeit«, an den großen Kurfürsten und den »großen Friedrich«, als Güter wie »Gewissensfreiheit, Ehre, Unabhängigkeit, Handel, Kunstfleiß und Wissenschaft« blutig erkämpft worden seien. Ein weiterer Ton war angeschlagen mit dem anspornenden Verweis auf die jüngsten Kämpfe der Russen, Spanier, Portugiesen, Schweizer und Niederländer gegen den französischen Imperator. Das Übrige bot das auch später in Appellen der Herrschenden wiederkehrende Propagandavokabular: Existenz, Unabhängigkeit, Wohlstand, gerechte Sache, heilige Güter, glorreicher Friede.

Auszeichnung für »Unterthanen«

Ob Friedrich Wilhelm III. der Wirkung dieses Appells auf die entscheidende Personengruppe, die zur Armee einberufenen oder ihr als Freiwillige beitretenden Männer und Jünglinge mißtraute oder nicht, er hielt es für zweckmäßig, der kriegerischen Tapferkeit vor dem Feind eine Belohnung auszusetzen wie sie in Kriegen vorher ausschließlich dem befehlenden und kommandierenden Personal, nicht aber den gedungenen oder gezwungenen Söldnern zuteil geworden war. Er fügte den bis dahin von den preußischen Königen verliehenen Orden nicht nur einen weiteren hinzu, sondern eröffnete, das paßte in die in den Jahren nach der Niederlage von 1806 und der Kapitulation 1807 vorgenommenen Heeresreform, ein neues Kapitel der Ordensverleihung hinzu. Das geschah mit der Stiftung des Eisernen Kreuzes.

Die bis dahin erfolgten Auszeichnungen hatten die Monarchen für einen engen Kreis von Trägern bestimmt. Das galt für den 1701 gestifteten Schwarzen und ebenso für den 1705 geschaffenen Roten Adlerorden, der übrigens zunächst Ordre de la sincérité, Orden der Aufrichtigkeit, hieß. Der erste wurde bis 1918 insgesamt nicht mehr als 1341mal vergeben. Die Geehrten waren anfänglich ausschließlich Adlige, hatten sich in Kriegen irgendwelches Verdienst erworben und bildeten jeweils eine exklusive Gemeinschaft von Personen, deren Mitgliederzahl obendrein limitiert wurde. Den von Friedrich II. 1740 gestifteten Orden Pour le Mérite hingegen konnten, bis das durch Friedrich Wilhelm III. geändert wurde, auch hochgestellten Zivilpersonen erhalten, wodurch Voltaire zu dieser Auszeichnung gelangte.

Nun also wurde mit dem Eisernen Kreuz ein Orden gestiftet, der nur einmal, nämlich im Verlauf des bevorstehenden Krieges verliehen werden sollte, dies auch an die einfachsten Soldaten und außerdem unabhängig davon, ob das Verdienst auf dem Schlachtfeld oder in anderer Weise erworben wurde.

Die »Unterthanen« konnten das Zeichen in zwei Klassen oder als Großkreuz erhalten. Sein Aussehen und seine Trageweise wurden so beschrieben: »ein ganz gleiches in Silber gefaßtes schwarzes Kreuz von Gußeisen, die Vorderseite ohne Inschrift, die Kehrseite zu oberst Unsern Namenszug F.W. mit der Krone, in der Mitte drei Eichenblätter und unten die Jahreszahl 1813«. Und weiter wurde bestimmt: »beide Klassen werden an einem schwarzen Bande mit weißer Einfassung, wenn das Verdienst im Kampf mit dem Feinde erworben ist, und an einem weißen Bande mit schwarzer Einfassung, wenn dies nicht der Fall ist, im Knopfloch getragen.« Von der ersten Klasse hieß es, sie »hat neben dieser Dekoration noch ein Kreuz von schwarzem Bande mit weißer Einfassung auf der linken Brust; und das Großkreuz, noch einmal so groß als das der beiden Klassen, wird an dem schwarzen Bande mit weißer Einfassung um den Hals getragen.«

Die Stiftungsurkunde war auf den 10. März 1813 datiert, den dritten Jahrestag des Todes der Königin Luise. Das war, nachdem die Dame von der hurrapatriotischen Propaganda zu einer preußischen Madonna und Märtyrerin profiliert worden war, mehr als nur ein Totengedenken. Es sollte der Stiftung zusätzlich Bedeutung, Gewicht und Ansehen geben. Den Kult um die hohe Dame beförderte auch, daß der erste Orden der Verblichenen selbst verliehen und samt der Stiftungsurkunde im Sockel ihrer Büste auf Schloß Hohenzieritz, dem Sommersitz ihres Vaters, deponiert wurde, wo die mecklenburgische Herzogin verstorben war.

Ob die vergleichsweise schlichte Gestaltung des Ehrenzeichens in Erwartung des Umstandes getroffen wurde, daß die Zahl seiner künftigen Träger sehr erheblich größer sein werde als vergleichsweise die der Inhaber des Pour le mérite, mag dahingestellt bleiben, erscheint aber naheliegend. Jedenfalls konnte es ohne Beteiligung von Goldschmieden und also kostensparend in der Königlich Preußischen Eisengießerei gefertigt werden, und einfach ließen sich auch die Bänder herstellen. Mit dem schwarz-weißen Stoffband machten die Geehrten jene Farben populär, von denen es in einem lange nach dem Kriege, 1830, dem Stifter von einem Dortmunder Gymnasialdirektor als Geschenk dargebrachten Lobgesang einleitend und dann wiederkehrend hieß: »Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben, Die Fahne schwebt mir weiß und schwarz voran«. Es ist zu diesen drei Stufen des Eisernen Kreuzes übrigens noch eine vierte hinzugekommenen, bei deren Gestaltung das Kreuz goldene Strahlen erhielt. Diese Fassung ist am 26. Juli 1815 für Generalfeldmarschall Fürst von Blücher geschaffen und ihm für seinen Anteil am Sieg in der Schlacht bei Belle Alliance (Waterloo) als einzigem Träger verliehen worden, so daß der Orden auch den Namen »Blücherstern« erhielt.

Bei der »Ehrenlegion« abgeguckt

Nun war die Idee, daß ein staatlicher Orden an alle Bürger jeden Standes und jeder Religion verliehen werden könne, keine preußische. Sie rührte aus jenem Staate her, gegen den die Preußen nun mobilisiert und zum Kampfe angefeuert werden sollten, aus Frankreich. Dort war 1802 zuerst als Zusammenschluß wegen ihrer Verdienste herausgehobener Personen die so genannte Ehrenlegion geschaffen worden. Zwei Jahre darauf, im Jahr, in dem sich Napoleon die Kaiserkrone aufs Haupt setzte, wurde die Mitgliedschaft in dieser limitierten Legion auch durch ein an der Kleidung zu tragendes Zeichen kenntlich gemacht. Die Ehrenlegion wurde zu einer Auszeichnung, die alle folgenden Staatsoberhäupter des Landes – und dies die zweite Unterscheidung vom eisernen Preußenkreuz – auch an Zivilisten für Verdienste verliehen, die in Kriegs-. und Friedenszeiten erworben sein konnten. Dabei blieb es bis auf den Tag und in der langen Liste der Geehrten figurieren nicht nur Franzosen, sondern auch die Russen Zar Alexander I. und Wladimir Putin, der Äthiopier Haile Selassie und der Jugoslawe Josip Broz Tito, August Rodin und Le Corbusier, sowie Marlene Dietrich, Jean Paul Belmondo und Clinton Eastwood. Damit kann die Reihe der Verleihungen des Eisernen Kreuzes nicht konkurrieren, wiewohl die Bestimmung Friedrich Wilhelms III., wonach der Orden nur einmal und eben während der Dauer des Befreiungskrieges verliehen werden solle, von seinen Nachfolgern nicht respektiert wurde.

Das Eiserne Kreuz gewann im Kriege und dann nach 1815 rasch an Popularität und da es, wie bestimmt, auch nie in einer Friedensklasse verliehen wurde, erschien es an verschiedensten Orten und erinnerte an Krieg, Kriegstaten und Kriegstote. Weithin leuchtete das Eiserne Kreuz im Lorbeerkranz der Viktoria auf dem Viergespann, bekrönt von einem Adler, vom Brandenburger Tor in Berlin, wohin die nach Paris verschleppte Quadriga zurückgeführt worden war. Der war das Zeichen nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel hinzugefügt worden. Das Kreuz prangte auch auf der Spitze des ebenfalls von Schinkel geschaffenen Denkmals, eines der ersten, die an den Befreiungskrieg erinnerten. Das Präsent des Königs, 1821 auf dem später so genannten Kreuzberg errichtet, erinnerte nicht nur an die Bewahrung Berlins vor eine erneuten Eroberung durch die Truppen Napoleons im Jahre 1813 durch die alliierten Armeen der Russen, Preußen und Schweden in den Schlachten bei Großbeeren und Dennewitz, sondern auch an die weiteren im Kriegsverlauf.

In der Nachbarschaft des Christuskreuzes erschien das Eiserne Kreuz dann in den Kirchen Preußens. Das bewirkte ein weiterer Erlaß Friedrich Wilhelm III. Er bestimmte, daß im Innern der Kirchen Tafeln anzubringen seien, auf denen die Namen der Kriegstoten aus der Gemeinde aufzuführen wären. Manche dieser meist schmucklosen hölzernen Tafeln, die auch das Eiserne Kreuz zeigen, haben sich über die Jahrhunderte erhalten. Und manche nennen nicht nur Tote, sondern auch die überlebenden Kriegsteilnehmer.

Symbol des Verbrechens

Die Hohenzollern, die Friedrich Wilhelm auf den Preußenthron und dann den des Reiches folgten haben sich – wie erwähnt - an die Bestimmung ihres Vorfahrens nicht gehalten. Zuerst wurde der Orden im deutsch-französischen Krieg 1870/71 durch Wilhelm I. erneuert und verliehen und sodann wiederum 1914 durch dessen Enkel, Wilhelm II. In dieser Tradition blieb auch Hitler 1939, der als Soldat des Ersten Weltkrieges selbst mit dem Orden in der ersten und zweiten Klasse dekoriert worden war und ihn nie, ob er in Uniform oder im Frack erschien, anzulegen vergaß. Seine Erneuerung erfolgte indessen in abgewandelter Gestalt. Auf der Vorderseite des Ordens hob sich ein Hakenkreuz ab. Das galt weit über die Grenzen Deutschlands hinaus und später auch in beiden deutschen Staaten Millionen Menschen als Symbol politischen Verbrechertums in Frieden und Krieg, reichte jedoch nicht hin, daß sich die westdeutsche Gesellschaft von der Auszeichnung vollends verabschiedet hätte. Freilich mußte der noch vom Alliierten Kontrollrat erlassenen Anordnung Rechnung getragen werden, die das öffentliche Zeigen faschistischer Symbole strikt untersagte. Dem wurde dadurch Rechnung getragen, daß das Hakenkreuz aus dem Zeichen entfernt wurde, und so ließ es sich an der Brust oder am Halse von den einstigen Wehrmachtssoldaten weiter oder wieder tragen. Und das geschah bis in höchste politische Kreise. Das von Hitler 1939 gestiftete Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes war unter vielen anderen gegen Kriegsende auch dem Berufsoffizier Erich Mende, der es in er Wehrmacht bis zum Major brachte, verliehen worden. Seine Nachkriegskarriere führte ihn dann bis auf den Platz des Vizekanzlers der Bundesrepublik, wo er seine Art der Bewältigung der Vergangenheit dadurch präsentierte, daß er als einer der ersten den Orden wieder öffentlich trug. Wo sich die alten Kameraden in der Bundesrepublik zu ihren Traditionstreffen versammelten, taten sie das im vermeintlichen Glanz ihnen reichlich verliehener Orden der faschistischen Wehrmacht.

Doch auch die Bundeswehr wollte sich vollständig von diesem Zeichen nicht verabschieden. Es war Bundespräsident Theodor Heuß, der 1933, damals Abgeordneter der Deutschen Staatspartei, im Reichstag dem Ermächtigungsgesetz für die Hitler-Regierung zugestimmt hatte, der 1957 bestimmte, daß das Eiserne Kreuz auf Waffen und anderem Kriegsgerät der Bundesrepublik geführt werden dürfe. So sind bis heute Land-, See- und Luftfahrzeuge mit ihm gekennzeichnet. Verbände der Bundeswehr führen es auch in ihren Wappen und das tut auch der Reservistenverband. Vom gegensätzlichen Traditionsverständnis in beiden deutschen Staaten zeugte auch, daß in der DDR das Tragen jeglicher aus dem Welteroberungskrieg stammender Orden verpönt war. Anders hingegen die Auszeichnungen, die deutschen Angehörigen der sowjetischen Armee für ihre Teilnahme an der Befreiung Europas verliehen wurden.

Der Versuch, das Eiserne Kreuz in nur leicht abgewandelter, auf die ursprüngliche Gestaltung zurückgreifender Form zu erneuern, wofür an den Bundestag eine Petition gerichtet wurde, ist mißlungen. Jedoch nicht vollends. Das 2008 vom Bundesminister für Verteidigung gestiftete und vom Bundespräsidenten genehmigte Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit kann in Gestaltung und Trageweise die Verwandtschaft zu seinen Vorgängern nicht verleugnen.

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