25. Mai 2019

Linke stellte Anfrage zur Entwicklung des Apothekenwesens im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) wollte über Landrat Wägemann wissen, wie sich die Zahl der Apothekenbetriebserlaubnisse in den letzten 20 Jahren im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sowie den einzelnen Kommunen entwickelt haben. Nun liegen die Antworten vor. Die Zahl der Apotheken hat abgenommen

Im gesamten Landkreis Weißenburg gibt es derzeit 21 Haupt- und 4 Filialapotheken. Seit 2003 gab es fünf Schließungen gegenüber einer Wieder-Eröffnung und zwei Neu-Eröffnungen. Unter dem Strich also ein Minus. In Weißenburg sind derzeit die meisten Apotheken im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen angesiedelt. Gleich sieben Hauptapotheken liegen in der Großen Kreisstadt Weißenburg. Danach folgen Gunzenhausen mit sechs Hauptapotheken, Treuchtlingen mit drei Hauptapotheken und einer Filialapotheke sowie Pappenheim mit zwei Hauptapotheken. Nur eine Hauptapotheke gibt es in den Gemeinden Markt Berolzheim, Muhr am See und Pleinfeld sowie mit je einer Filialapotheke die Orte Ellingen, Heidenheim und Nennslingen

Während die Zahl der Apotheken in Deutschland insgesamt abnimmt, steigt die Zahl der Filialapotheken und der Umsatz im Versandapothekenhandel. Studien belegen, dass insbesondere umsatzschwächere und kleinere Apotheken unter dem wachsenden Einfluss des Arzneimittelversands durch ausländische Versandapotheken dramatisch leiden. Viele von ihnen denken über Schließung nach. Viele Versandapotheken aus dem EU-Ausland würden unterdessen "Rekordergebnisse" verzeichnen.

Kreisrat Erkan Dinar (DIE LINKE) dazu: "Die Linken wollen den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten verbieten und die Arzneimittelpreise staatlich festsetzen. Der Erhalt von wohnortnahen und für alle erreichbaren Apotheken mit guter Beratung und Notfallversorgung rund um die Uhr muss flächendeckend gewährleistet werden."

Der Gesetzgeber muss handeln und unterbinden, dass diese Versandapotheken das für deutsche Apotheken geltende Preisbindungsrecht gemäß Arzneimittelpreisverordnung weiter unterlaufen. Nur mit einem konsequenten Verbot des sogenannten Rx-Versandhandels können einheitliche Preise für alle – auch für Privatversicherte – gewährleistet werden. Während drei Viertel der EU-Staaten den Rx-Versand verbieten, werde in Deutschland allerdings seit dem EuGH-Urteil vom Oktober 2016 der freie Warenverkehr und die Interessen von großen ausländischen Versandapotheken über das gesundheitspolitische Anliegen gestellt, eine flächendeckende, qualifizierte Arzneimittelversorgung rund um die Uhr zu gewährleisten.