3. Januar 2018

Antrag zum Verbot von Glyphosateinsatz und Verzicht auf Pestizideinsatz auf öffentlichen, sowie landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt Weißenburg

Stadtrat Erkan Dinar (DIE LINKE)

Sehr geehrter Oberbürgermeister Schröppel,

nachfolgenden Antrag bitte ich dem Gremium vorzulegen:

Die Stadt Weißenburg i. Bay. verpflichtet sich:

1. Ab sofort bei Abschluss von Pachtverträgen für städtische Flächen und bei der Verlängerung von Pachtverträgen eine Klausel einzufügen, mit der sich die Pächter zu einem vollständigen Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden und insbesondere glyphosathaltigen Mitteln auf diesen Flächen verpflichten.
      
2. Diese Vorgabe auch bei Verträgen umzusetzen, die eine automatische Verlängerung für den Fall vorsehen, dass keine Kündigung seitens des Pächters erfolgt.
      
3. Ab sofort auf allen kommunalen Flächen (Kulturland sowie Nichtkulturland) keine chemisch-synthetischen Pestizide (Pflanzenschutzmittel) insbesondere kein Glyphosat einzusetzen.

4. Private Dienstleistungsunternehmen, die den Auftrag zur Pflege öffentlicher Flächen erhalten, ebenfalls zu einem Pestizidverzicht, insbesondere Glyphosatverzicht zu verpflichten.
      
5. Weiterhin Bienen- und insektenfreundliche Blühflächen oder Projekte auf ihren Flächen zu fördern.

6. Bürger/innen über die Bedeutung von Biodiversität zu informieren und gleichzeitig Möglichkeiten zum Schutz von Bienen und Wildbienen sowie giftfreie Maßnahmen beim Gärtnern aufzuzeigen.

7. Öffentlichkeitswirksam an Landwirte und Bürger/innen zu appellieren, auf den Einsatz von Pestiziden und insbesondere Glyphosat auch auf privaten Flächen zu verzichten.

Begründung:

Pestizide, insbesondere Glyphosat sind ein Verhängnis für die Tier- und Pflanzenwelt, damit auch für den Menschen. Nicht nur die unerwünschten Wildkräuter werden beseitigt, sondern auch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Fledermäuse. Pestizide schädigen und töten Insekten und Wildkräuter direkt oder sie dezimieren ihren Lebensraum und ihre Nahrung.

Von den fast 600 Wildbienen-Arten in Deutschland steht rund die Hälfte auf der Roten Liste. Dabei sind blütenbesuchende Insekten unentbehrlich für die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Sie erhalten die Pflanzenvielfalt und sichern landwirtschaftliche Erträge und damit unsere Ernährung. 

Die Aufnahme des Wirkstoffes Glyphosat wirkt für Bienen als auch für andere Insekten tödlich. Das dramatische Insektensterben der letzten Jahre ist u.a auf den Einsatz von Glyphosat zurückzuführen und hat laut mehrerer wissenschaftlicher Studien katastrophale Wirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion. Darüber hinaus hat die Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft.

Die Stadt Weißenburg i. Bay. sollte eine Vorreiterrolle für Umwelt und Klimaschutz in der Region einnehmen, sie sollte nicht nur ein soziokultureller Ort der Vielfalt sein, sondern auch ein ökologischer Ort der Vielfalt.

Mit freundlichen Grüßen

Erkan Dinar                            
Stadtrat der Linken