24. Mai 2019

Ein Kommentar von Stadtrat Erkan Dinar (DIE LINKE) zur Nestlésierung unseres Trinkwassers durch die Stadt Treuchtlingen und Altmühltaler

Nächstes Kapitel in der Causa "Nestlésierung unseres Trinkwassers": Der Zweckverband Burgsalacher Juragruppenwasserversorgung wollte 385.000 Kubikmeter Grundwasser zur Versorgung der Bevölkerung fördern. Genehmigt wurden 380 000 Kubikmeter!

Als Gründe für diese Reduzierung wurden vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach noch in einem Gutachten vom 28.11.2018 u.a. genannt:

1. Aufgrund der Übernutzungstendenzen des überdeckten Sandsteinkeupers wäre eine Entnahmesteigerung fachlich nicht vertretbar.

2. Das Grundwassergefälle ist sehr gering, so dass durch die Entnahme eine großräumige Absenkdepression entsteht.

3. Im Grundwasserleiter haben sich keine stationären Verhältnisse eingestellt. Die Entnahmen im Umfeld sind derzeit größer als die Grundwasserneubildung zusammen mit der stattfindenden Speicherentleerung. Deshalb findet weiterhin eine Verlagerung der nördlich verlaufenden Grundwasserscheide statt. Hierdurch wird zum einen im zunehmenden Maße Grundwasser aus nicht geschützten offenen Sandsteinkeuperbereichen aus Norden herangezogen, zum anderen wird weiterhin ein Druckabfall der Grundwasserspiegel verursacht.

4. Da das Vorkommen bereits lokal übernutzt wird, kann die Förderung an dieser Stelle nicht als nachhaltig eingestuft werden. Mittelfristig kann eine Reduzierung der Entnahme notwenig werden.

5. Bisher sind keine Konflikte mit anderen Grundwassernutzern eingetreten. Wenn es keine Erhöhung der Entnahmemenge erfolgt, ist zu erwarten, dass die genehmigte Nutzung kurzfristig zu keiner Beeinträchtigung einer benachbarten Gewinnungsanlage führt.

Ähm, warum spielen nun plötzlich all diese Gründe keine Rolle mehr, wenn die Stadt Treuchtlingen unser aller Trinkwasser an Altmühltaler für einen Preis von 10 Cent für einen Kubikmeter Grundwasser verscherbeln möchte?

Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach sollte sein Gutachten endlich korrigieren. Die Behörde verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit oder steckt hinter dem "Gefälligkeitsgutachten" einfach nur eine politische Einflussnahme durch Lobbyisten von einem der größten Mineralwasseranbieter unseres Landes?

Die Nestlésierung unseres Grundwassers muss gestoppt werden. Wasser ist nicht nur ein Lebenselixier, sondern auch ein öffentliches Gut! Sein Ausverkauf ist eine Enteignung der Menschen!

Mehr Infos: https://www.sueddeutsche.de/bayern/flasche-statt-leitung-weissenburg-bangt-ums-trinkwasser-1.4404115