17. Oktober 2017

Weißenburger Stadtrat genehmigt neues Leitsystem für Römertouristen

Mit Schatzfund von Weißenburg (auch römischer Tempelschatz von Weißenburg) wird die Entdeckung eines Schatzes 1979 in Weißenburg in Bayern (dem antiken Biriciana) bei Gartenarbeiten 70 m südlich der Römischen Thermen von Weißenburg bezeichnet. Er enthielt silberne Votivbleche, Bronzestatuetten und -gefäße, Paraderüstungsteile und Eisengerät. Der Bestand legt nahe, dass es sich größtenteils um das Inventar eines Tempels handelte.

Zum Beginn der nächsten Hauptsaison für Römertouristen wird es in Weißenburg ein neues Leitsystem geben. Auch Stadtrat Erkan Dinar (DIE LINKE) stimmte dafür.

Geplant ist die Schildlücken für Autofahrer/innen von den Abfahrten der Bundesstraße 2 (Weißenburg Nord und Süd) zu den römischen Sehenswürdigkeiten wie den Römischen Thermen, dem Kastell sowie dem RömerMuseum zu schließen. Die Fußgänger/innen sollen mit aufgemalten Symbolen zu den Sehenswürdigkeiten kommen. Eine verkehrssichere Führung der Wege und Barrierefreiheit werden bei der Auswahl der geeignetsten Route ebenfalls Berücksichtigung finden.

Höhepunkt für Römertouristen in Weißenburg bildet auch weiterhin der Römerschatz. Bei einem germanischen Überfall in den 250er Jahren n. Chr. wurde der „Weißenburger Schatz“, einer der prächtigsten Verwahrfunde in Deutschland, in der Nähe der Thermen vergraben. Erst 1979 wurde der Schatz wieder entdeckt. Nach dem Erwerb durch den Freistaat Bayern (1980) wurde das RömerMuseum als Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München gegründet und 1983 eröffnet. Seitdem glänzt hier der Weißenburger Römerschatz, darunter 17 in Qualität und Erhaltungszustand einzigartige Götterfiguren sowie Votivtafeln, Gefäße aus dem sakralen Bereich, Alltagsgegenstände und
Paradeausrüstungsteile.

Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen, einer zweijährigen Schließung und einer Neukonzeption der Ausstellung wurde das RömerMuseum im März 2017 neu eröffnet. Neben dem Schatzfund wird in der neuen Ausstellung das Leben am Limes dem Besucher näher gebracht. So wird neben dem gegenseitigen Kulturaustausch zwischen Römern und Germanen auch das alltägliche Leben der Soldaten im Kastell und das der Händler und Familienangehörigen im Lagerdorf präsentiert.